Goldap (Ostpreußen)

Datei:ProvinzOstpreußen1910 Landratsamt Goldap.jpg Kreiskarte Goldap (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

In Goldap (poln. Gołdap) - südöstlich von Insterburg - war ebenfalls eine kleine jüdische Gemeinde existent, die sich gegen Ende der napoleonischen Ära zu Beginn des 19.Jahrhunderts konstituiert hatte, aber maximal nur 80 bis 100 Angehörige besaß. Doch bereits schon in den Jahrhunderten zuvor hatten jüdische Händler den Ort aufgesucht.

Neben einem Friedhof an der Darkehmer Chaussee besaß die Gemeinde auch eine Synagoge in der Schulstraße, die in den 1820er Jahren eingerichtet worden war. Anfang der 1920er Jahre wurde ein neues Begräbnisgelände angelegt.

Juden in Goldap:

--- 1843 .......................  60 Juden,

--- 1880 .......................  84   “  ,

--- 1905 .......................  58   “  ,

--- 1933 .......................  48   “  ,

--- 1939 (Mai) .................  19   “  .

Angaben aus: The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 1), S. 439

Während des Novemberpogroms zerstörten Nationalsozialisten das Synagogengebäude.

Unmittelbar vor dem Kriege hielten sich noch 20 jüdische Bewohner in der Kleinstadt auf; die anderen waren zumeist nach Berlin übergesiedelt bzw. emigriert. Ihre weiteren Schicksale sind unbekannt.

 

Nahe dem ehemaligen Standort der Synagoge - die Fläche ist heute mit Wohnblocks überbaut - erinnert seit 2001 ein Gedenkstein – mit mehrsprachigen Inschriften – an die Angehörigen der einstigen jüdischen Gemeinde. Die deutsche Inschrift lautet:

Zur Erinnerung an die Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft in Goldap,an die Opfer des Nationalsozialismus in den Jahren 1933 bis 1945. Der Obelisk wurde auf der Stelle der von Nationalsozialisten während der Kristallnacht am 9./10.November 1938 verbrannten Synagoge aufgerichtet.

Beide jüdische Begräbnisstätten wurden während des Zweiten Weltkrieges und in den Jahren danach zerstört. Gegen Ende der 1980er Jahre wurde das Gelände des (alten) jüdischen Friedhofs wieder in einen ansehbaren Zustand versetzt, nachdem Bemühungen der Nissenbaum-Stiftung, der Kommunalbehörden von Goldap und der Stadt Giwat Szmuel/Israel dies gefördert hatten. Allerdings findet man auf dem ca. 1.000 m² großen Areal fast nur stark beschädigte Grabsteine bzw. -relikte vor .

 

Zugang zum Begräbnisgelände (Aufn. Andrzej Blaszczak, 2015, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 4.0)

Auf dem inzwischen verwahrlosten Gelände des zweiten Friedhofs sind nur noch wenige Fragmente ehemaliger Grabstätten auffindbar.

 

Weitere Informationen:

Ronny Kabus, Juden in Ostpreußen, Husum 1998, S. 145

The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust, New York University Press, Washington Square, New York 2001, Vol. 1 S. 439 

Gołdap, in: sztetl.org.pl

K.Bielawski (Red.), The jewish cemetery in Goldap, in: kirkuty.xip.pl