Oberemmel (Rheinland-Pfalz)

Kreis Trier-Saarburg Oberemmel ist heute ein Ortsteil von Konz - wenige Kilometer südlich von Trier gelegen (Karte aus: kvplusr.de).

1663 sind erstmals jüdische Bewohner in Oberemmel nachweisbar; in den beiden folgenden Jahrhunderten lebten hier stets nur sehr wenige Familien.

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts errichtete die hiesige Judenschaft in der Wagnergasse (Scharzbergstraße) eine äußerlich schmucklose Synagoge, die ein älteres Bethaus ablöste. Über einen Vorraum betrat man den Männerbereich; die Frauen gelangten über eine Treppe zu der ihr bestimmten Empore.

Im Ort gab es auch ein kleines Friedhofsgelände.

Juden in Oberemmel:

        --- um 1765 .......................  2 jüdische Familien,

--- 1806 .......................... 24 Juden,

    --- 1843 .......................... 27   “  ,

    --- 1895 .......................... 31   “  ,

    --- 1901 .......................... 55   “  ,*     * incl. Wawern u. Pellingen

    --- 1911 .......................... 30   “  ,

    --- 1933 .......................... 26   “  .

Angaben aus: Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff, Synagogen. Rheinland-Pfalz und Saarland, S. 222

Das Synagogengebäude in Oberemmel an sich überstand die Pogromnacht unbeschädigt, doch wurde die Inneneinrichtung demoliert; wegen Baufälligkeit wurde das lange Jahre als Scheune genutzte Gebäude in den 1960er Jahren abgerissen.

Synagogengebäude um 1950 (Aufn. Kulturdatenbank Region Trier)

Der NS-Vernichtungspolitik sind nach Angaben der Gedenkstätte Yad Vashem/Jerusalem und des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden ..." nachweislich 15 aus Oberemmel stammende Juden zum Opfer gefallen; es waren fast ausschließlich Angehörige der Familie Herrmann (namentliche Nennung der betroffenen Personen siehe: alemannia-judaica.de/oberemmel_synagoge.htm).

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1997 wurde an einer Mauer des Friedhofs eine Gedenktafel angebracht, die an die ehemaligen jüdischen Einwohner Oberemmels erinnert; diese zeigt ein Relief der Fassade der Synagoge. Das kleine Friedhofsareal an der Altenbergstraße weist heute noch zwölf Grabstätten auf.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20184/Oberemmel%20Friedhof%20151.jpg   

Zugang zum kleinen Friedhof und Gedenkplatte mit Relief der Synagoge (Aufn. Otmar Frühauf, 2008)

2007 wurden für Angehörige der jüdischen Familie Herrmann* vier sog. „Stolpersteine“ in der Brotstraße verlegt.

Vier Stolpersteine für Fam. Herrmann (Aufn. aus: konz.eu)

*Die Familie Herrmann flüchtete 1938 nach Frankreich; von dort wurde sie im Sept. 1942 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert; nur ein Familienmitglied, Siegfried Herrmann, überlebte.

 

vgl.  Konz (Rheinland-Pfalz

 

Weitere Informationen:

Richard Laufner, Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Gebiet des heutigen Kreises Trier-Saarburg, in: "Jahrbuch des Kreises Trier-Saarburg 1979", S. 166 - 175

Willi Körtels, Geschichte der Juden von Oberemmel, hrg. vom Heimat- und Kulturkreis Trier-Saarburg, Kell am See 1996

Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland, Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 222

Oberemmel, in: alemannia-judaica.de

Willi Körtels, Geschichte der Juden aus Oberemmel, Konz-Oberemmel 2011 (online abrufbar)

Willi Körtels (Red.), Stolpersteine in Oberemmel, Brotstraße 3, als PDF-Datei online abrufbar unter: konz.eu

Willi Körtels, Die jüdische Schule in der Region Trier, hrg. vom Förderverein Synagoge Könen e.V., Konz 2011, S. 74 - 78 (online abrufbar unter: konz.de)

Auflistung der Stolpersteine in Konz/Oberemmel, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Konz