Kralovsky Chlmec (Slowakei)

Okres Trebišov - Wikiwand  Das Städtchen Kralovsky Chlmec (ung. Királyhelymec) mit derzeit ca. 7.500 Einwohnern liegt im Kreis Kosice im äußersten Südosten der Slowakei) in unmittelbarer Nähe zur ungarischen Grenze (Kartenskizze 'Slowakei' mit Kreis Kosice farbig markiert).

 

Im ausgehenden 18.Jahrhundert bildete sich im Ort (dieser war im Schutze einer Burganlage entstanden und durch Zuzug deutscher Siedler im 14.Jahrhundert vergrößert worden) eine jüdische Gemeinschaft heraus, die sich vor allem aus Zuwanderern aus Galizien und Carpatho-Rußland zusammensetzte.

Neben Handel mit Agrarprodukten bewirtschaftete ein Teil der Familien eigene Höfe.

Um 1850 ließ die hiesige Judenschaft - die Gemeinde war 1838 formell gegründet worden - ein im Stile des Historismus gestaltetes Synagogengebäude errichten; etwa zeitlich entstand eine Religionsschule.

undefinedSynagogenruine (Aufn. Szeder László ,2010, aus: wikipedia.org, GFDL)

Am Nordrand des Ortes befand sich der jüdische Friedhof; eine Beerdigungsbruderschaft ist erstmals 1852 erwähnt. Die ältesten noch vorhandenen Grabsteine datieren aus den 1870er Jahren.

Juden in Kralovsky Chlmec:

--- 1880 ......... 311 Juden,

--- 1919 ......... 691   “   (ca. 24% d. Bevölk.),

--- 1941 ..... ca. 900   “  .

Angaben aus: The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 2), S. 670

 

In der zahlenmäßig wachsenden Judenschaft von Kralovsky Chlmec fanden nach dem Ersten Weltkrieg zionistische Ideen immer mehr Gehör; so kamen Jugendliche in Ausbildungslagern zusammen, um ihre Emigration nach Palästina vorzubereiten.

Mit der Annexion durch Ungarn gehörten nun Verfolgung und Zwangsarbeit für die jüdische Bevölkerung zum Alltag.

Mitte April 1944 wurden die Juden ghettoisiert und wenige Wochen später deportiert.

 

Nach Kriegsende fanden sich in Kralovsky Chlmec bis zu ca. 500 Überlebende des Holocaust (aus dem Ort stammende waren es etwa 100 Personen) zusammen; die meisten von ihnen emigrierten in den Folgejahren.

Das ehemalige Synagogengebäude diente jahrzehntelang in der kommunistischen Ära als Möbellager; derzeit steht es leer und ist dem Verfall nahe (siehe Abb. oben). Noch heute lassen sich die Malereien im Innenraum des ehem. Gotteshauses erkennen.

Keine Fotobeschreibung verfügbar. bemalter Innenraum (Aufn. aus: facebook.com)

Auch der ehemalige jüdische Friedhof mit seinen derzeit hier noch befindlichen ca. 150 Grabsteinen erinnert daran, dass in der Kleinstadt ehemals eine jüdische Gemeinde zuhause war.

Kralovsky Chlmec Jewish Cemetery - ESJF surveys jüdischer Friedhof (Aufn. esjf-cemeteries.org)

Kiraly-Helmec, Hungary-Czechoslovakia - Kralovsky Chlmec, Slovakia ... Kiraly-Helmec, Hungary-Czechoslovakia - Kralovsky Chlmec, Slovakia ...Kiraly-Helmec, Hungary-Czechoslovakia - Kralovsky Chlmec, Slovakia ... Grabsteine (Abb. aus: kehilalinks.jewishgen.org/kralovsky_chlmec)

 

   

Weitere Informationen:

Aaron Ehrmann, Eine kurze Geschichte von den jüdischen Gemeinschaften von Kralovska Chlmec, Kiralyhelmec und der Bodrog Bezirk, o.O., 1997

The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust (Vol. 2), New York University Press, Washington Square, New York 2001, S. 670

Maros Borský, Synagogue Architecture in Slovakia towards creating a memorial landscape of lost community, Dissertation (Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg), 2005, S. 164

Rachel Blonder (Red.), Kralovsky Chlmec - The jewish cemetery, online abrufbar unter: kehilalinks.jewishgen.org/kralovsky_chlmec/helmec_cemetery (mit Aufn. von Grabsteinen)