Landsberg (Oberschlesien)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/42/Schlesien_Kr_Kreuzburg.png In Landsberg O/S (poln. Gorzow Slaski, derzeit ca. 2.500 Einw.) - einem Landstädtchen am linken Ufer der Prosna etwa 15 Kilometer nordöstlich von Kreuzburg entfernt und in unmittelbarer Nähe von Praschkau - existierte seit der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde, die Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 160 Angehörige zählte und damit ca. 12% der Einwohnerschaft stellte.

Die neue Synagoge der Landsberger Judenschaft wurde im Jahre 1865 eingeweiht.

 

Synagoge Landsberg O/S (hist. Aufn., aus: sztetl.org.pl und Ausschnitt aus einer Bildpostkarte)

Vermutlich im ersten Viertel des 19.Jahrhunderts datiert die Anlage eines eigenen Begräbnisgeländes.

Um die Jahrhundertwende verließen zahlreiche jüdische Familien die Stadt, um eine neue Existenz in größeren Städten (vor allem Berlin) aufzubauen. Mitte der 1920er Jahre lebten nur noch ca. 40 Personen mosaischen Glaubens in Landsberg.

                                   http://dolny-slask.org.pl/foto/351/351143.jpgMarktplatz von Landsberg OS (hist. Aufn., um 1920)

Zu Beginn der 1930er Jahre war die israelitische Kultusgemeinde in Landsberg in Auflösung begriffen. Während der „Kristallnacht“ wurde die Synagoge niedergebrannt; die Ruine wurde alsbald niedergelegt. Die letzten jüdischen Bewohner wurden ins "Generalgouvernement" oder in die Zwansgarbeitslager deportiert; ihre Schicksale sind ungeklärt.

Der im 19.Jahrhundert angelegte Friedhof wurde während der Kriegsjahre zerstört; nur zwei Grabsteine sollen überdauert haben; heute befindet sich auf dem ehem. Begräbnisgelände eine Grünfläche.

 

Weitere Informationen:

Gmina Gorzów Śląski [Gmina Gorzów Śląski], collective work, Gorzów Śląski 2007

Gorzow Slaski , in: sztetl.org.pl