Himbach (Hessen)

Datei:Municipalities in FB.svg Himbach ist mit derzeit ca. 1.700 Einwohnern ein Ortsteil der Kommune Limeshain im südlichen Teil des Wetteraukreises - ca. 20 Kilometer nördlich von Hanau/Main gelegen (Karte Hagar, 2009, aus: commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0).

Im Dorfe Himbach gründete sich eine jüdische Kultusgemeinde erst um 1850. Zu ihr zählten zunächst auch die wenigen Familien aus Hainchen. Die Zahl der Gemeindemitglieder betrug zu keiner Zeit mehr als 50 Personen. Gottesdienstliche Treffen fanden in einer winzigen, um 1830 eingerichteten Synagoge in der Erbsengasse statt; für Männer und Frauen standen jeweils zwölf Plätze zur Verfügung.

Zeitweise war auch ein jüdischer Lehrer in Himbach tätig, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war. Seit 1903 bestand ein Schulverbund mit den Gemeinden Glauberg und Lindheim.

aus: "Der Israelit" vom 26.9.1901 und vom 8.1.1903

Verstorbene wurden auf dem Friedhofsgelände in Eckartshausen bzw. auch in Hainchen bestattet.

Zur jüdischen Gemeinde Himbach gehörten bis Anfang des 20. Jahrhunderts auch die in Hainchen lebenden jüdischen Personen; so wohnten hier 1830 15 und 1905 17 jüdische Einwohner. Sie wurden nach 1905 zur Gemeinde in Lindheim zugewiesen.
Die kleine Gemeinde gehörte zum liberalen Provinzialrabbinat Oberhessen mit Sitz in Gießen.

Juden in Himbach:

--- 1828 .......................... 32 Juden,

--- 1861 .......................... 36   “  ,

--- 1871 .......................... 48   “  ,

--- 1879 .......................... 32   “  (ca. 6% d. Bevölk.),

--- 1900/1905 ..................... 39   “  ,

--- 1910 .......................... 31   “  ,

--- 1924 .......................... 26   “  ,

--- 1933 .......................... 30   “  (in sieben Familien),

--- 1938 (Nov.) ................... 19   “  ,

--- 1939 (Juni) ................... keine.

Angaben aus: Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn, Bd. 1, S. 368

Die meisten Himbacher Juden betrieben Viehhandel oder führten kleinere Geschäfte. Von den sieben jüdischen Familien, die zu Beginn der 1930er Jahre hier lebten, verließen die meisten den Ort bis 1939. Die kleine Synagoge wurde im November 1938 von SA-Angehörigen aus Altenstadt niedergebrannt. Auch ein Wohngebäude einer Familie ging in Flammen auf. Die wenigen jüdischen Männer wurden (vermutlich) ins KZ Buchenwald verschleppt. Nach ihrer Freilassung und Rückkehr verließen sie mit ihren Familien das Dorf und gingen zumeist nach Frankfurt/M.; Mitte 1939 wurden keine jüdischen Einwohner mehr in Himbach gezählt.

Weitere Informationen:

Paul Arnsberg, Zur Geschichte der Juden in Altenstadt, in: 1200 Jahre Altenstadt, Selters 1967

Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn, Societäts-Verlag Frankfurt/M. 1971, Bd. 1, S. 368/369

Susanne Gerschlauer, Katalog der Synagogen, in: Ulrich Schütte (Hrg.), Kirchen und Synagogen in den Dörfern der Wetterau, Wetterauer Geschichtsblätter - Beiträge zur Geschichte u. Landeskunde, Band 53, Friedberg (Hessen) 2004

Himbach, in: alemannia-judaica.de

Gisela Lorenzen, Die Juden in Himbach/Hainchen, Langenbergheim, Eckartshausen, Altwiedermus und auf der Ronneburg, o.J.