Woldenberg (brand. Neumark)

Bildergebnis für Woldenberg neumark landsberg landKarte Woldenberg/Neumark - ca. 35 Kilometer nordöstlich von Landsberg gelegen – ist das heutige polnische Dobiegniew mit derzeit kaum 3.500 Einwohnern. 1938 waren Woldenberg und der gesamte Landkreis Friedeberg/Nm. der Provinz Pommern zugeschlagen worden.

 Woldenberg, hist. Postkarte um 1890 (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

 Im Ort sollen Juden bereits im 14.Jahrhundert gelebt haben. Eine neuzeitliche Gemeinde formierte sich aber erst gegen Ende des 18.Jahrhunderts; ihren zahlenmäßigen Höchststand erreichte die Kultusgemeinde um 1880/1890 mit ca. 175 Angehörigen.

Die Gemeinde besaß seit 1858 eine Synagoge, die in der Junkerstraße/Ecke Brunnenstraße lag, und einen eigenen Friedhof; dieses Begräbnisgelände befand sich auf dem Stadtwerder vor dem Niedertor an der Chaussee nach Hochzeit. Dessen Anlage war vermutlich bereits um 1800 erfolgt und diente auch Verstorbenen aus Dörfern des Umlandes.

 Synagoge in der Junkerstraße (Gebäude rechts mit Türmchen)

Juden in Woldenberg:

--- 1801 ...........................  47 Juden,

--- 1855 ........................... 119   “  ,

--- 1895 ........................... 131   “  ,

--- 1905 ...........................  93   “  ,

--- 1925 ...........................  60   “  ,

--- 1933 ....................... ca.  50   “  ,

--- 1938 ...........................  19   “  .

Angaben aus: Deutsches Städtebuch von 1939

Zu Beginn der 1930er Jahre lebten in Woldenberg noch ca. 50 Personen jüdischen Glaubens.

  Kaufhaus „Rosenberg“, Richtstraße (Rekonstruktionsskizze Rosenberg, 1997)

Im November 1938 wurde die Synagoge zerstört. Am 11.11.1938 berichtete das „Friedeberger Kreisblatt“, dass die Synagoge „aus unbekannter Ursache bis auf die Umfassungsmauern völlig ausgebrannt“ sei.

Ein an der Eisenbahnlinie stehendes Gebäude, das an der Fassade einen Davidstern aufweist, ist vermutlich erst nach Kriegsende als Synagoge (?) genutzt worden.

 

Als Synagoge genutztes Gebäude nach 1945 (Aufn. aus: wikimedia.org, 2008)

Auf dem jüdischen Friedhofsgelände findet man nur noch Grabsteinrelikte, die erst in jüngster Zeit in Seenähe wieder aufgefunden wurden.

                                          Grabsteinrelikte (Aufn. G. Stach, 2012)

Weitere Informationen:

The Encyclopedia of Jewish Life before and during the Holocaust , New York University Press, Washington Square, New York 2001, Vol. 3, S. 1458

International Association of Jewish Genealogical Societies – Cemetery Projekt

Hans-Joachim Rosenberg, Erinnerungen an Woldenberg, Manuskript in engl. Sprache (um 1990)

Dobiegniew, aus: sztetl.org.pl

Hans-Joachim Rosenberg, Woldenberg (Neumark) – Erinnerungen (online abrufbar)