Freiburg i. Breisgau (Baden-Württemberg)

Freiburg im Breisgau mit derzeit ca. 230.000 Einwohnern ist eine Großstadt in Baden-Württemberg; von 1945 bis zur Gründung des Landes Baden-Württemberg (1952) war Freiburg die Landeshauptstadt des Landes Baden.

Ende des 13.Jahrhunderts - möglicherweise schon seit 1220 - gab es in Freiburg eine jüdische Gemeinde. Die Existenz einer Synagoge in der Wasserstraße ist erstmals 1349 belegt; hier und in der nahen Weberstraße soll damals die Mehrzahl der Juden Freiburgs gewohnt haben. Sie waren Geldgeber der Grafen, der Stadt, einzelner Bürger und der Klöster in der Umgebung. Der gegen Ende des 13.Jahrhunderts bestehende Konflikt zwischen dem Königtum Rudolf I. und den Grafen von Freiburg um die Rechte an den Juden, wurde 1310 zugunsten der Grafen entschieden, die sich ihrerseits die Privilegien bereits ab 1338 mit dem Stadtmagistrat teilen mussten. Die Verfolgungen der Pestzeit erreichten auch Freiburg; mit der Verbrennung der hiesigen Juden am 30.Januar 1349 auf der „Galgen und Rädler Matten“ an der Basler Straße wurde die mittelalterliche Gemeinde fast vernichtet; nur die zwölf reichsten Männer, schwangere Frauen und Kinder wurden verschont, aber zwangsgetauft. - Erst dauerte aber nur ca. zehn Jahre, bis sich erneut jüdische Familien in der Stadt niederließen, teilweise wohnten sie in den alten „Judenhäusern“ in der Wasserstraße; auch eine Synagoge muss wieder existent gewesen sein. Im Jahre 1394 erließ der Landesherr Herzog Leopold IV. eine „Judenordnung“, in der neben wirtschaftlichen Reglementierungen auch bestimmte Verhaltensregeln im Zusammenleben mit der christlichen Mehrheit getroffen wurden.

Einem ersten Ausweisungsversuch durch den Freiburger Magistrat von 1401 („ ... daz dekein Jude ze Friburg niemmerme sin sol“) - Anlass war die sog. Blutbeschuldigung von Diessenhofen - folgte ca. zwei Jahrzehnte später die endgültige Vertreibung aus der Stadt. Mit dem Dekret König Sigismunds von 1424 endete die Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Freiburg

Anm.: Wie an vielen mittelalterlichen Kathedralen finden sich auch am Freiburger Münster bildliche Hinweise, die das Verhältnis zwischen Christen und Juden darstellen; in einem Figurenzyklus tauchen auch die Abbilder zweier Jungfrauen auf: der „Ecclesia“ und der ihr untergeordneten „Synagoga“. Solche bildlichen, symbolischen und allegorischen Darstellungen sollten das Bewusstsein der breiten Bevölkerung prägen, die nicht lesen konnte.

                 Skulptur der Synagoga am Freiburger Münster (Aufn. aus: wikipedia.org)

Die aus Freiburg ausgewiesenen jüdischen Familien ließen sich im Umland von Freiburg nieder; die Stadt Freiburg durften sie nur in Begleitung eines Stadtknechtes betreten. An dieser Regelung hielt die Stadt bis ins 18.Jahrhundert fest.

Merian 01

Stadtansicht Freiburg – Merian-Stich von ca. 1650 (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Erst ab 1806 war Juden der freie Zutritt und zeitweiliger Aufenthalt in der Stadt erlaubt; allerdings wehrten sich die Zünfte in Freiburg gegen weitere Zugeständnisse an die potenzielle jüdischen Konkurrenten. Im Jahre 1850 erhielt wieder ein Jude, der Rechtsanwalt Naphtali Näf, das Recht, sich in Freiburg dauerhaft niederzulassen - allerdings gegen Widerstand einzelner Berufsgruppen. Mit Beginn der 1860er Jahre setzte dann eine merkliche Zuwanderung jüdischer Familien in Freiburg ein. Die Israelitische Gemeinde Freiburg wurde 1864/1865 gegründet.

aus: "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 6. Sept. 1864 http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20272/Freiburg%20AZJ%2006091864.jpg

Wenige Jahre später (1870) wurde der jüdische Friedhof in der Elsässer Straße/Ecke Rosbaumweg angelegt. Die mittelalterliche Gemeinde Freiburgs hatte vermutlich die Friedhöfe in Breisach, Sulzburg und Waldkirch genutzt. Im 19.Jahrhundert beerdigten die Freiburger Juden ihre Verstorbenen in Emmendingen und Schmieheim.

In den ersten Jahren verfügte die jüdische Gemeinde nur über einen kleinen Betsaal am Münsterplatz. Am 23.September 1870 wurde die neue Synagoge am Werthmannplatz feierlich eingeweiht.

               

                                                                  Synagoge in Freiburg (hist. Postkarten, Stadtarchiv)
Aus der „Freiburger Zeitung” vom 25.Sept. 1870:

... Die festliche Weihe des neuen israelitischen Gotteshauses auf dem Rempart wurde gestern abend programmäßig begangen. Der schöne Bau, gleich der kleinen Gemeinde kühn aufstrebend in maurisch-byzantinischem Styl, ist ein lebendiges Beispiel, wie Gott mächtig ist im Kleinen. Durch die Ungunst der Zeit mannigfach verzögert, hat der Tempel dadurch nichts verloren ... Die Farbenpracht von Wand und Decke ist gemildert durch die Reflexe dunkelgemalter Fenster. ... Die Festpredigt des Herrn Rabbiner Reiß war würdig gehalten und der schöne sonore Brusttenor des Vorsängers Herrn Sommer füllte die sehr akkustischen Räume des kleinen Gotteshauses entsprechend aus. ... Das aus den Mitgliedern der Gemeinde und einer Anzahl Ehrengäste, darunter die Vorstände der Behörden von Staat und Gemeinde, der protestantischen Geistlichkeit usw., bestehende Auditorium folgte dem erhebenden Gottesdienste mit hingebender Andacht. ...

Das Gebäude - im Grundriss nahezu quadratisch - war im neuromanischen Stil errichtet worden; das Eingangsportal flankierten minarettartige Türme; vermutlich diente die Baseler Synagoge als Vorbild, die allerdings eine Kuppel besaß. Der Bau konnte nur durch finanzielle Unterstützung der Mannheimer Synagogengemeinde realisiert werden. Auf Grund der steigenden Zahl der Gemeindeangehörigen plante man noch vor dem Ersten Weltkrieg eine Vergrößerung; doch der Umbau erfolgte erst 1925/1926.

Zeitgleich mit der Gemeindegründung stellte man einen Lehrer ein, der neben der religiösen Unterweisung der Kinder auch die rituellen Aufgaben wahrnahm.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20272/Freiburg%20Israelit%2011071877.jpg http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20272/Freiburg%20Israelit%2017031884.jpg

Stellenanzeigen in der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 11.Juli 1877 und vom 17.März 1884

Gegen Ende des 19.Jahrhunderts bildete sich neben der religiös-liberal ausgerichteten Gemeinde auch eine orthodoxe Gemeinschaft, die zwar weiterhin dem Gemeindeverband angehörte, aber mit der Einrichtung eines separaten Betraumes ihre Eigenständigkeit dokumentieren wollte. Dieser befand sich im Gemeindehaus neben der Synagoge.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20272/Freiburg%20Israelit%2003021921.jpgStellenausschreibung aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3.Febr.1921

Juden in Freiburg:

        --- um 1385 .................. ca.    60 Juden,

    --- ab 1425 ......................  keine,

    --- 1850 .........................  eine jüdische Familie,

    --- 1855 .........................     13 Juden,

    --- 1861 .........................     27   “  ,

    --- 1871 .........................    330   “  (1,3% d. Bevölk.),

    --- 1875 .........................    560   “  ,

    --- 1900 .........................  1.013   “  ,

    --- 1925 .........................  1.399   “  (1,6% d. Bevölk.),

    --- 1933 (Juni) ..................  1.138   “  ,

    --- 1939 (Mai) ............... ca.    800   “  ,

    --- 1940 ..................... ca.    600   “  ,

             (Dez.) ..................     41   “  ,

    --- 1941 (Dez.) ..................  wenige,

    --- 1960 .........................    111   “  ,*   * gesamte Gemeinde

    --- 1963 .........................    120   “  .*

Angaben aus: Das Schicksal der Freiburger Juden am Beispiel des Kaufmanns Max Mayer und die Ereignisse des 9./10.November 1938, S. 72

Innerhalb der Freiburger Geschäftswelt spielten jüdische Geschäfte und Handelsunternehmen besonders im Vieh- und Pferdehandel, aber auch in der Textilbranche eine führende Rolle. Von den ca. 280 ansässigen Kaufleuten in Freiburg 1870 waren 35 Juden. Auch ein Bankhaus und ein großes Warenhaus gehörten jüdischen Familien. Vor 1933 praktizierten ca. zehn bis zwölf jüdische Ärzte in der Stadt, ebenfalls Zahnärzte und Rechtsanwälte. An der Universität lehrten 1933 sechs ordentliche und sieben außerordentliche Professoren sowie mehrere Privatdozenten, die der jüdischen Gemeinde angehörten.

         aus der Zeitschrift „Der Israelit“ vom 10.Juni 1909

Während der Zeit des Kaiserreiches und der Weimarer Republik war die Integration der jüdischen Minderheit vorangeschritten; die Assimilierung ging bei manchen so weit, dass sie sogar ihren jüdischen Glauben aufgegeben hatten. Doch trotz ihrer Konversion wurden diese Familien von vielen Freiburgern weiterhin als Juden angesehen. Dass ihre Integration in die städtische Gesellschaft letztlich doch nicht gelungen war, bewies sich durch die um 1930 einsetzende antisemitische Propaganda der NSDAP, die bei einem Teil der Stadtbevölkerung auf fruchtbaren Boden fiel. Als unmittelbar nach der NS-Machtübernahme die nun staatlich sanktionierten antijüdischen Maßnahmen einsetzten, entschlossen sich bereits einige Freiburger Juden zur Emigration. Das jüdische Warenhaus Knopf ging im April 1937 samt seiner südbadischen Filialen Emmendingen, Lörrach und Schopfheim in „arischen“ Besitz über.

  http://ais.badische-zeitung.de/piece/02/ff/98/0e/50305038.jpg “Arisiertes“ Kaufhaus Knopf (Stadtarchiv Freiburg)

In den frühen Morgenstunden des 10.November 1938 wurde die Freiburger Synagoge am Werderring niedergebrannt. Die Brandstifter – lokale SS- und SA-Angehörige - zwangen dabei die leitenden Männer der Synagogengemeinde, dem Brande beizuwohnen. Auch der jüdische Friedhof wurde in der gleichen Nacht geschändet. Noch während die Synagoge brannte, wurden ca. 140 jüdische Männer verhaftet und am Abend des 10.November ins KZ Dachau abtransportiert.

Die Freiburger „Tagespost” berichtete am 11.11.1938 nur kurz über die Ereignisse: "... In den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages wurde auch die Synagoge in Freiburg in Brand gesetzt und brannte innen vollkommen aus. Bei den Aufräumungsarbeiten mußten umfangreiche Sprengungen durchgeführt werden, so daß die Umgebung der Synagoge längere Zeit abgesperrt war. ..."

                             Zerstörte Synagoge Nov. 1938 (Stadtarchiv)

Das Synagogengelände ging 1939 in städtischen Besitz über.

Von den mehr als 1.100 Juden, die zu Beginn der NS-Herrschaft in Freiburg lebten, wanderten knapp 60% aus, meist in die USA, nach Frankreich, Palästina und in die Schweiz. Der Großteil der noch in der Stadt Freiburg verbliebenen 350 Juden wurde Ende Oktober 1940 - zusammen mit etwa 6.500 anderen - ins südfranzösische Gurs verschleppt; die meisten von ihnen kamen entweder hier ums Leben oder wurden in den Vernichtungslager ermordet. Die letzten jüdischen Einwohner Freiburgs wurden nach Theresienstadt deportiert.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten nur fünf in Freiburg gebürtige Juden hierher zurück; zehn „in Mischehe“ verheiratete Juden hatten in der Stadt überlebt. Im September 1945 wurde in Freiburg - erstmals nach fünf Jahren - wieder ein jüdischer Gottesdienst abgehalten. Ende des gleichen Jahres konstituierte sich eine neue jüdische Gemeinde, die zunächst unter der Bezeichnung „Israelitische Landesgemeinde Südbaden” geführt wurde. Anfang der 1950er Jahre zählte die Freiburger Gemeinde etwa 60 Mitglieder, die einen Betsaal in der Holbeinstraße nutzten. Durch die Zuwanderung russischer Juden hat sich die Gemeindestruktur erheblich verändert; 2007 gehörten der Kultusgemeinde mehr als 700 Personen an. Innerhalb der Gemeinde traten in den letzten Jahren erhebliche Konflikte auf, die den Fortbestand der Gemeinde bedrohen.

Im November 1987 wurde an der Ecke Nussmann-/Engelstraße – ganz in der Nähe des Münsters - ein neues Gemeindezentrum mit Synagoge eingeweiht. In dem von Karlsruher Architekten entworfenen Bau sind die beiden Eichenflügel vom Hauptportal der 1938 zerstörten Synagoge eingefügt. Im Gemeindezentrum befinden sich ein Gemeindesaal mit 120 Sitzplätzen, ein rituelles Bad, ein Ausstellungsraum, die Synagoge selbst mit 150 Plätzen, dazu Jugendräume und eine koschere Küche.

   Jüdisches Gemeindezentrum, Nußmannstraße (Aufn. Rita Eggstein)

Gedenkplatte (Aufn. Heinz Albers, 2007)

Gegenüber dem Stadttheater - am Platz der Universität - erinnert heute eine runde Gedenkplatte mit folgender Inschrift an die zerstörte Synagoge:

Hier stand die Synagoge der Israelitischen Gemeinde Freiburg, erbaut 1870.

Sie wurde am 10.November 1938 unter einer Herrschaft der Gewalt und des Unrechts zerstört.

                                       Aufn. Julia Wieland, SWR

Auf der Wiwili-Brücke in Freiburg erinnert seit 2003 ein außergewöhnliches bronzenes Mahnmal an die Deportationen von 1940: ein in Eile vergessener Mantel mit einem Davidstern symbolisiert den Abtransport der Freiburger Juden.

Gedenken auf der Wiwili-Brücke (Aufn. M., 2010, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Am Annaplatz - dem einstigen Sammelpunkt für die Deportation von ca. 350 Freiburger Juden nach Gurs - erinnert seit 2006 eine Gedenktafel.

Im Rahmen der Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge wurden bei Tiefbauarbeiten 2016 einige Mauerreste des einstigen Gebetshauses freigelegt. Die umfassende Neugestaltung des Synagogenplatzes  wurde im Jahre 2018 abgeschlossen. Das "Brunnen-Denkmal" in Form eines Wasserfläche, die dem Grundriss der Synagoge nachempfunden ist, ist allerdings recht umstritten, da es als "Planschbecken" benutzt wird.

      Auf dem Stühlinger Kirchplatz steht die Doublette eines Denkmals, das von Jugendlichen der Evangelischen Christusgemeinde und des Jugendwerkes Freiburg im Rahmen des ökumenischen Mahnmal-Projektes zur Deportation der badischen Juden erstellt wurde; der zweite Stein steht in der zentralen Gedenkstätte in Neckarzimmern (Abb. aus: mahnmal-neckarzimmern.de).

Die seit 140 Jahren genutzte und fast vollständig belegte jüdische Begräbnisstätte an der Elsässer Straße dient auch heute noch für Bestattungen, obwohl bereits ein Gräberfeld auf dem kommunalen Friedhof im Stadtteil St. Georgen für die jüdische Gemeinde zur Verfügung steht.

Israelitischer Friedhof (Freiburg) 08.jpg Israelitischer Friedhof (Freiburg) 11.jpg

 Jüdischer Friedhof in Freiburg (Aufn. Joergens.mi, 2009, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Seit 1986 steht auf dem Friedhof ein Gedenkstein für die Opfer der NS-Verfolgung.

Auf dem jüdischen Friedhof befindet sich auch ein Denkmal, das den Gefallenen jüdischen Soldaten des Ersten Weltkrieges gewidmet ist.

  Gefallenenehrenmal (Aufn. Joergens.mi, 2009, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Neben der jüdischen Hauptgemeinde besteht seit 2004 eine kleinere liberale israelitische Gemeinde, die „Egalitäre jüdische Chawurah Gescher e.V.“, die der Union progressiver Juden angehört.

Seit 2002 werden in Freiburg sog. „Stolpersteine“ verlegt; damit war Freiburg die erste Stadt in Süddeutschland, in der dieses Projekt von Gunter Demnig realisiert wurde. Bis Ende 2016 wurden hier nahezu 430 solcher Gedenktäfelchen in das Gehwegpflaster eingefügt.

http://www.storyal.de/story-2011/Schwarzwald/freiburg.jpg Datei:Freiburg-Stolpersteine-1.jpg

sog. „Stolpersteine“ in der Eisenbahnstraße und Nußmannstraße (Aufn. aus: storyal.de und wiki.de-genealogy.net)

Sophie Haas-Stolperstein.jpg Albertine Haas-Stolperstein.jpg Karoline Haas-Stolperstein.jpg Thekla Haas-Stolperstein.jpg

verlegt in der Kaiser-Joseph-Straße (Aufn. J. Steakley, 2011, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Im 15 Kilometer östlich von Freiburg gelegenen Waldkirch waren bereits vor den Pestverfolgungen einige jüdische Familien ansässig; 1349 sollen sie hier verbrannt worden sein. Danach ist jüdische Ansässigkeit erst wieder 1386 urkundlich nachweisbar. Ihre Verstorbenen wurden auf dem Friedhof in Dettelsbach bei Waldshut begraben. Nach zwischenzeitlicher kurzer Vertreibung und erneuter Rückkehr nach Waldkirch kam es im Jahre 1504 im Zusammenhang einer Ritualmordbeschuldigung zu einer Anklage, die letztendlich die Juden zum Verlassen der Stadt zwang.

Weitere Informationen:

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Germania Judaica, Band II/1, Tübingen 1968, S. 253 – 257, Band III/1, Tübingen 1987, S. 393/394 und Band III/2, Tübingen 1995, S. 1550/1551 (Waldkirch)

F.Hundsnurscher/G.Taddey, Die jüdischen Gemeinden in Baden - Geschichte. Schicksale, in: Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Band 19, Stuttgart 1968 (Nachdruck 1983)

Franz Hundsnurscher, Die jüdische Gemeinde Freiburg im Breisgau, in: Juden in Baden 1809 - 1984. 175 Jahre Oberrat der Israeliten Badens, hrg. vom Oberrat der Israeliten Badens, Karlsruhe 1984, S. 243 – 246

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Hans-Peter Schwarz (Hrg.), Die Architektur der Synagoge. Ausstellungskatalog Dt. Architekturmuseum Frankfurt/M., Frankfurt/M. 1988, S. 326/327

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Helmut Büchler, ‘Das Haus des neuen Anfangs’. Die Architektur der Freiburger Synagoge, in: Freiburger Almanach 46/1995, S. 43 - 51

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Hugo Ott, Zur Rolle der jüdischen Intelligenz an der Universität Freiburg, in: M. Bosch (Hrg.), Alemannisches Judentum - Spuren einer verlorenen Kultur, Ed. Isele, Eggingen 2001, S. 140 - 149

Heiko Haumann, “Heimat ist keine Sache, die sich heute gewinnen und morgen wieder verlieren läßt ...” Der Lebensweg des Freiburger Kaufmanns Max Mayer (1873 - 1962), in: M. Bosch (Hrg.), Alemannisches Judentum - Spuren einer verlorenen Kultur, Edition Isele, Eggingen 2001, S. 376 - 391

Ursula Huggle, Angeklagt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit - die Pogromnacht in Freiburg, Breisach, Ihringen und Eichstetten im Spiegel des Prozesses von 1949, in: ZGO 149/2001, S. 437 – 469

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www.swr.de/swr2/stolpersteine/orte/akustische-stolpersteine-freiburg

Anja Bochtler (Red.), In Freiburg wurden 18 neue Stolpersteine verlegt, in: „Badische Zeitung“ vom 16.7.2014

Auflistung der in Freiburg verlegten Stolpersteine, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Freiburg_im_Breisgau

Adrian Hoffmann (Red.), 18 neue Stolpersteine erinnern in Freiburg an Regime-Opfer, in: „Badische Zeitung“ vom 12.9.2015

Simone Höhl (Red.), Reste der alten Synagoge in Freiburg gefunden, in: „Badische Zeitung“ vom 4.10.2016

Anja Bochtler (Red.), 21 neue Stolpersteine erinnern an Ermordete und Überlebende des Nationalsozialismus, in: „Badische Zeitung“ vom 27.10.2016

N.N. (Red.), Neuer Platz – neuer Name, in: „Badische Zeitung“ vom 29.7.2017 (betr. „Platz der Alten Synagoge“)

Larissa Schober (Red.), Streit um den neugestalteten "Platz der Alten Synagoge" in Freiburg: Erinnern, um zu vergessen, in: jungle.world vom 17.8.2017

Klaus Riexinger (Red.), Steine werden Mahnmal, in: "Badische Zeitung" vom 1.7.2018.