Gaugrehweiler (Rheinland-Pfalz)

Bildergebnis für Gaugrehweiler karte postleitzahl Gaugrehweiler mit derzeit ca. 500 Einwohnern ist heute ein Ortsteil der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel im Donnersbergkreis - ca. 20 Kilometer südlich von Bad Kreuznach (Karte aus: suche-postleitzahl.org).

Schon im endenden 17.Jahrhundert soll im pfälzischen Gaugrehweiler eine kleine jüdische Gemeinde bestanden haben; ein jüdischer Bewohner wurde namentlich erstmals im Jahre 1675 genannt. Die Zahl der im Dorfe lebenden Juden war stets überschaubar und erreichte zu keiner Zeit kaum mehr als 60 Personen. Bereits um 1670 - nach einer anderen Angabe erst 1764 - ist im Dorfe eine Synagoge nachgewiesen; in den 1840er Jahren wurde ein neuer Betraum eingerichtet, der in einem angekauften Gebäude untergebracht war; diesem war eine kleine Schule angeschlossen.

                                               Skizze der Synagoge (Jakob Schworn)

An einem Steilhang westlich des Dorfes, am Schmalfelderhof, wurde um 1780/1800 der jüdische Friedhof angelegt.

                    Jüdischer Friedhof Gaugrehweiler (Aufn. M. Ohmsen, 2012)

Auf dem ca. 1.400 m² großen Begräbnisgelände "An der Kirchhohl" findet man heute noch ca. 40 Grabsteine.

Zeitweilig waren der Gemeinde Gaugrehweiler die jüdischen Familien aus Kriegsfeld, Marienthal, Münsterappel und Würzweiler angeschlossen.

Juden in Gaugrehweiler:

         --- 1771 .........................  9 jüdische Familien,

    --- 1802/04 ...................... 54 Juden,

    --- 1828 ......................... 65   “  ,

    --- 1835 ......................... 82   “  (ca. 9% d. Dorfbev.),

    --- 1848 ......................... 77   “  (in 20 Familien),

    --- 1870 ......................... 49   “  ,

    --- 1890 ......................... 33   “  ,

    --- 1905 ......................... 21   “  ,

    --- 1925 .........................  5   “  ,

    --- 1933 .........................  6 Jüdinnen.

Angaben aus: Nordpfälzer Geschichtsverein (Hrg.), Jüdisches Leben in der Nordpfalz - Dokumentation, S. 141

Im Jahre 1921 erfolgte die Auflösung der jüdischen Kultusgemeinde in Gaugrehweiler; die wenigen verbliebenen Juden wurden der Kultusgemeinde Alsenz angeschlossen. Wegen Baufälligkeit wurde das in Privathand übergegangene Synagogengebäude Mitte der 1920er Jahre abgerissen. Die letzten vier in Gaugrehweiler lebenden Jüdinnen wurden im Oktober 1940 nach Gurs deportiert; alle vier wurden Opfer der „Endlösung“.

[vgl. Alsenz (Rheinland-Pfalz)]

Weitere Informationen:

Nordpfälzer Geschichtsverein (Hrg.), Jüdisches Leben in der Nordpfalz - Dokumentation, Verlag F. Arbogast, Otterbach 1992, S. 31 und S. 61/62

Bernhard Kukatzki, “Aus dem Juden ein Herr, und aus der Hure eine Mamsell”. Zur Geschichte der Juden im ehemaligen rheingräflichen Residenzstädtchen Gaugrehweiler 1670 - 1940, Landau/Pfalz 1999

Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland, Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 162

Otmar Weber, Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südwestpfalz, Hrg. Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz (Landau), Dahn 2005, S. 60

Gaugrehweiler, in: alemannia-judaica.de