Fürth (Mittelfranken/Bayern)

Fürth ist eine Großstadt mit derzeit ca. 120.000 Einwohnern im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken; zusammen mit den Städten Nürnberg und Erlangen bildet sie ein Städtedreieck, das als „Kernland“ Mittelfrankens gilt.

Fürth gilt als die „Muttergemeinde“ der Juden Bayerns. In der Stadt gab es bis ins letzte Drittel des 19.Jahrhunderts hinein das größte jüdische Gemeinwesen im süddeutschen Raume, sodass man auch vom „fränkischen Jerusalem“ sprach.

Nach einem alten Gerichtsbuch sollen bereits 1440 Juden in Fürth ansässig gewesen sein; sie wurden vermutlich um 1480 auf Weisung des Bamberger Bischofs ausgewiesen. Die eigentliche Geschichte der Juden in Fürth begann im Jahre 1528, als zwei Juden vom Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, Georg dem Frommen, die Niederlassung im damaligen Marktflecken gewährt wurde; von diesem Zeitpunkt lebten kontinuierlich Juden in Fürth. Zwischen 1500 und 1550 entwickelte sich in Fürth relativ rasch eine jüdische Gemeinde - in einer Zeit, in der Juden aus ganz Bayern vertrieben wurden; dabei war es für die niedergelassenen Juden von Vorteil, dass es hier keine einheitliche politische Struktur gab, sondern drei verschiedene Herrschaften den Marktflecken regierten: die Domprobstei Bamberg, das Fürstentum Brandenburg-Ansbach und die Reichsstadt Nürnberg. Auch die Vertreibung jüdischer Familien aus dem nahen Nürnberg sorgte dafür, dass die Gemeinde in Fürth stetig wuchs. Gegen Ende des 16.Jahrhunderts betrug die Anzahl der in Fürth niedergelassenen Juden etwa 200 Personen, was - gemessen an der relativ kleinen Siedlung - etwa 20% der Gesamtbevölkerung entsprach. Die jüdische Gemeinde Fürths erreichte ein hohes Maß an Autonomie und Mitbestimmung; so räumte die domprobstliche Gemeindeordnung von 1652 den Juden das Recht auf Vertretung in der Gemeindeversammlung ein.

Der „Flecken Fürth“ 1630 vor seiner Zerstörung (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Anfang des 18.Jahrhunderts wurden die früher erteilten Privilegien im sog. „Reglement für die gemeine Judenschaft in Fürth“ nochmals bestätigt und schriftlich fixiert. Neben einer Garantie weitgehender Autonomie in religiösen Fragen (z.B. freie Wahl der Rabbiner, Errichtung von Synagogen) wurde der Gemeinde das Recht verbrieft, ihre eigene Rechtsprechung auszuüben. Auch die Entscheidung über die Niederlassung fremder Juden in der Stadt lag im Ermessen der Gemeinde – und nicht beim Landesherrn (!). Gegen eine jährliche Zahlung wurden diese weitreichenden Rechte für die jüdische Gemeinde abgesichert.

Kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurde in Fürth - im Stile der Prager Pinkas-Synagoge - die erste Synagoge („Alt-Schul“) errichtet; vier weitere, eine Vielzahl privater Bethäuser und andere jüdische Gemeindeeinrichtungen folgten im Laufe der Jahrhunderte.

       Fürther Synagogen - Kupferstich von 1705 (Stadtarchiv Fürth)

       Neuschul - Lithographie, 19.Jahrhundert (Stadtarchiv Fürth)

Das jüdische Leben in Fürth nahm einen starken Aufschwung, als - nach der Vertreibung der Juden Wiens (1670) - die Familie Fränkel, eine der vornehmsten des Wiener Ghettos, sich hier niederließ und mit der Stiftung einer Talmudschule den Ruf Fürths als eines der geistigen Zentren des europäischen Judentums begründete. In diesem Zusammenhang entstanden in Fürth auch Druckereien, die erste im Jahre 1682; in der Zeit vom 18. bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts war Fürth eines der europäischen Zentren hebräischen Buchdrucks. - Der rabbinische Gerichtshof (Bet Din) festigte zudem Fürths Stellung in der jüdischen Welt.

Die erste gemeindliche Einrichtung der sich um 1600 organisierenden jüdischen Gemeinschaft war der Friedhof („Judenheckisch“), der 1607 außerhalb der Stadt - auf Bamberger Gebiet - angelegt wurde. Bis dahin mussten die Fürther Juden auf dem Friedhof in Schnaittach bzw. in Baiersdorf begraben werden. Auf dem alten Fürther Friedhof fanden zahlreiche berühmte jüdische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe, so z.B. Rabbiner wie Bermann Fraenkel (gest. 1708), Baruch Rapaport (gest. 1746), David Strauß (gest. 1762), Josef Steinhardt (gest. 1776), Hirsch Josef Janow (gest. 1785) u.a.

 

Alter Jüdischer Friedhof (Kupferstich Johann Alexander Boener, um 1700)

Nach mehreren Erweiterungen des Begräbnisgeländes war gegen Ende des 19.Jahrhunderts eine vollständige Belegung abzusehen (mit ca. 20.000 Gräbern), so dass man einen neuen Friedhof anlegte; dessen erste Beisetzung erfolgte 1906.

In Fürth entstand so das größte jüdische Gemeinwesen im süddeutschen Raume; neben Frankfurt a.M. und Hamburg war Fürth das geistige Zentrum jüdischer Orthodoxie.

 

                                          Innenansicht der Fürther Hauptsynagoge (1705)                                    Signet der Jüdischen Gemeinde Fürth

  

Fürther Synagoge (hist. Ansicht um 1910) und  Ostwand der Altschul (Hauptsynagoge), Repro: © Jüdisches Museum Franken

Bereits 1653 wurde ein jüdisches Krankenhaus in der Nähe des Judenfriedhofs gebaut; auch die älteste israelitische Waisenstiftung Deutschlands, gegründet um 1760, hatte ihren Sitz in Fürth. Im 18. Jahrhundert entstand aus Stiftungen vermögender Hoffaktoren eine Reihe von öffentlich zugänglichen Privatsynagogen, die oftmals mit Talmud-Lehrstuben verbunden waren, wie die „Klaus“, die „Gabriels Schul“, die „Schneiorsche Schul“ und die „Rindskopfsche Schul“. Nahezu alle wurden in den 1830er Jahren im Gefolge der Auseinandersetzungen zwischen Reformern und Orthodoxen auf behördliche Anordnung geschlossen. Unter der mehr als 40jährigen Amtszeit des Reformrabbiners Dr. Isaak Loewi vollzog sich innerhalb der jüdischen Gemeinde Fürth ein deutlicher Wandel von der Orthodoxie hin zu einem liberal-gelebten Judentum: neben Einführung von Chorgesang und Orgel wurden auch liturgische Veränderungen vorgenommen. Dies führte unweigerlich zu internen Konflikten zwischen den beiden Richtungen; dabei wurde die orthodoxe Position durch die Zuwanderung von „Ostjuden“ gegen Ende des 19.Jahrhunderts erneut gestärkt. Dies führte auch zur Neugründung von Betsälen in der Stadt, die in der Regel von Vereinen getragen und bis 1938 benutzt wurden; so gab es die Synagoge des ostjüdischen Vereins „Bikur Cholim“ (Maxstraße) und die Betstube des thoratreuen Vereins „Auhawe Tauroh“ (Moststraße).

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20249/Fuerth%20Israelit%2017081911.jpg http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20249/Fuerth%20Israelit%2015111928g.jpg gemeindliche Stellenangebote (1911/1928)

Im Jahre 1862 wurde in Fürth die israelitische Bürgerschule mit Hilfe von Spenden und einem neu gebildeten Trägerverein gegründet. Auf einem wenige Jahre später erworbenen Grundstück in der Blumenstraße wurde das Schulgebäude errichtet. In den 1880er Jahren waren in der nun inzwischen staatlich anerkannten Schule vier Volksschul- und sechs Realschulklassen untergebracht. Seit 1891 nannte sich die Bildungseinrichtung „Israelitische Realschule“.

                                                          Anzeige von 1875

Juden in Fürth:

         --- um 1565 ................... ca.    70 Juden,

    --- um 1600 .......................    22 jüdische Familien,

    --- 1706 ...................... ca.   100     “       “    ,

    --- um 1750 ................... ca.   500     “       “    ,

    --- 1792 ...................... ca. 2.600 Juden (ca. 22% d. Bevölk.),

    --- um 1810 ................... ca. 2.500   “  ,

    --- 1840 .......................... 2.535   “  ,

    --- 1867 .......................... 3.116   “  ,

    --- 1880 .......................... 3.336   “   (ca. 11% d. Bevölk.),

    --- 1910 .......................... 2.836   “   (4,2% d. Bevölk.),

    --- 1925 .......................... 2.504   “  ,

    --- 1933 ...................... ca. 1.990   “   (2,6% d. Bevölk.),

    --- 1938 (Febr.) .............. ca. 1.400   “  ,

    --- 1939 (Mai) ....................   785   “  ,

    --- 1941 (Okt.) ............... ca.   600   “  ,

    --- 1942 ...................... ca.   500   “  ,

    --- 1943 (Juni) ...................    33   “  ,

    --- 1944 (Sept.) ..................    23   “  ,

 

    --- 1950 ..........................   262   “  ,

    --- 1975 ...................... ca.   200   “  ,

    --- 2015 ...................... ca.   330   "  .

Angaben aus: Leopold Löwenstein, Zur Geschichte der Juden in Fürth

und                 Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann, Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918 - 1945, S. 179

Weil vor allem kapitalkräftiger Juden, z.B. aus Wien, zuzogen, erlebte Fürth einen wirtschaftlichen Aufschwung; dazu trug auch die Nähe zur bedeutenden nahen Handelsstadt Nürnberg bei. Innerhalb der jüdischen Gemeinde entwickelte sich eine reiche Oberschicht (sog. „Judenadel“), die ihren Reichtum besonders dem Manufakturwesen und Handel verdankten. Als im 19.Jahrhundert die Industrialisierung begann, trugen auch jüdische Bürger maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Fürth bei. Nach 1850 machten jüdische Fabrikanten die Stadt zum Zentrum der bayrischen und deutschen Spiegelindustrie; jüdische Kaufleute dominierten den Hopfen- und Viehhandel.

Geschäfts- u. Werbeanzeigen jüdischer Gewerbetreibender (1868 - 1902 - 1907):

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20262/Fuerth%20Israelit%2019021868.jpg  http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20303/Fuerth%20Israelit%2027101902.jpg http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20330/Fuerth%20FrfIsrFambl%2014061907.jpg

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20249/Fuerth%20Israelit%2017071867.jpg http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20290/Fuerth%20Dok%20310.jpg

Anzeige der „Cichorienfabrik Julius Cohn“ von 1867 und eine Werbevignette, um 1910 (aus: Sammlung P.K. Müller)

Mit der NS-Machtergreifung begann auch in Fürth der Niedergang der jüdischen Gemeinde; die Nationalsozialisten hatten es sich zum Ziele gesetzt, aus dem roten und verjudeten Fürth” eine „saubere deutsche Stadt” zu machen. Im März 1933 - also noch vor dem reichsweiten Boykotttag - nahm die SA unter den Juden der Stadt Massenverhaftungen vor; zwar wurden die allermeisten wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt, doch waren sie zuvor gedemütigt und geschlagen worden. Im Juli 1933 umstellten SA-Angehörige die Hauptsynagoge und verhafteten Juden nach dem Gottesdienst. Noch im Laufe des Jahres 1933 verließen etwa 500 Fürther Juden die Stadt. Diese SA-Übergriffe auf jüdische Bürger nahmen im Laufe des Jahres 1934 derartige Ausmaße an, dass die Fürther Behörden sogar Militärhilfe in Anspruch nahmen, um die SA-Angehörigen in den Griff zu bekommen.

http://www.hagalil.com/wp-content/uploads/arische_geschaefte.jpg Straßenszene in Fürth Mitte der 1930er Jahre (Stadtarchiv Fürth)

Ende des Jahres 1935 befanden sich noch 220 von insgesamt 720 Handelsfirmen und Geschäften in jüdischem Besitz; 1938 waren es nur noch 151 jüdische Firmen. Die „Arisierungen“ erreichten dann Ende 1938/Anfang 1939  ihren Höhepunkt. Bereits 1935 erwarb Gustav Schickedanz die Rechte an der Marke „Tempo“, die Vereinigten Papierwerke in Nürnberg, die Brauerei Geimann und weitere Firmen – weit unter ihrem tatsächlichen Wert - von ihren ehemaligen jüdischen Eigentümern.

 Aufkleber „Christliches Unternehmen – arische Inhaber“

                                                                Hinweisschild der NSDAP-Kreisleitung Fürth

In der Pogromnacht des 10.11.1938 wurden jüdische Gemeindeeinrichtungen zerstört, so die Synagogen, Teile des Friedhofs und das Gemeindehaus; auch die in jüdischem Besitz befindlichen Geschäfte wurden verwüstet und ihre Warenbestände geplündert. Für die Zerstörungen verantwortlich waren zahlreiche SA-Leute, die Unterstützung vom Oberbürgermeister erhielten. Die städtische Feuerwehr war angewiesen worden, die Brandlegungen nicht zu stören und nur Sorge dafür zu tragen, dass Nachbargebäude keinen Schaden nähmen; die Öffentlichkeit wurde ausgesperrt.

                   Im „Fränkischen Kurier” wurde über die Ereignisse in Fürth und Nürnberg berichtet:

... Die Nachricht von dem Tode des deutsches Gesandtschaftsrates vom Rath, der den Kugeln eines jüdischen Verbrechers zum Opfer fiel, löste in Nürnberg und Fürth - wie im ganzen Reiche - die stärkste Erregung der gesamten Bevölkerung aus. Diese Empörung steigerte sich im Laufe des Abends und der Nacht zu Aktionen gegen die in Nürnberg und Fürth wohnenden Juden. Die Synagoge in der Essenweinstraße in Nürnberg und die Synagoge in Fürth wurden in der Nacht zum Mittwoch auf Donnerstag in Brand gesteckt. Die beiden Synagogen sind im Innern völlig ausgebrannt; die sofort herbeigerufene Feuerwehr verhinderte jede Ausdehnung des Brandes. Die Judengeschäfte wurden demoliert, die Scheiben wurden eingeschlagen und der Inhalt der Lädenwurde durcheinandergeworfen. Zu Plünderungen ist es nirgends gekommen. Noch jetzt liegen die Waren zerstreut in den jüdischen Geschäften.

Aus der Sicht des Fürther Stadtchronisten Rieß (Eintrag vom 10.11.1938): ... In vergangener Nacht sind viele jüdische Läden demoliert worden. Im jüdischen Schulhof an der Königsstraße wurde die Synagoge in Brand gesteckt, desgleichen die Kaalschule, die Scharr, der alte Betsaal an der Mohrenstraße. Sämtliche Gebäude brannten völlig aus. Die Feuerwehr war mittags mit dem Ablöschen der Trümmerhaufen beschäftigt. Sämtliche jüdische Verkaufsläden sind heute geschlossen. ... An den demolierten Verkaufsläden ... ist mit Kreide angeschrieben: ‘Rache für Paris!’ Mehrere hochstehende Juden wurden festgenommen. ... Vor dem Eingangstore zum Synagogenhof in der Königs- und Mohrenstraße standen den ganzen Tag über viele Zuschauer. In der heutigen Nacht und morgens wurden bei vielen Juden durch SA-Leute Haussuchungen vorgenommen. Wo Widerstand geleistet oder nicht geöffnet wurde, ist demolierend vorgegangen worden. Viele Juden wurden in Schutzhaft genommen und tagsüber im Volksbildungsheim untergebracht. Abends wurden sie in drei großen Autobussen fortgefahren. ...”  Noch in der Nacht des 10.11. holte man die jüdischen Gemeindemitglieder aus ihren Häusern und trieb sie unter Verhöhnungen auf einem Platz in der Stadt zusammen, auf dem sie mehrere Stunden stehend ausharren mussten. Während Frauen und Kinder wieder nach Hause gehen konnten, wurden die meisten jüdischen Männer im Volksbildungsheim der Stadt zusammengezogen und dort von SA-Angehörigen misshandelt; etwa 150 Juden verschleppte man ins KZ Dachau.

                nach dem Pogrom - Synagogentrümmer (Stadtarchiv Fürth)

Nach diesen Ereignissen setzte eine zweite größere Auswanderungswelle ein, sodass Ende 1939 nur noch etwa 600 Juden in Fürth lebten; Auswanderungsziele waren vor allem die USA und das ferne Schanghai. Im Herbst 1941 setzten dann - über das Nürnberger Sammellager Langwasser - die Deportationen ein, die nach Riga, Izbica/bei Lublin, Theresienstadt und Auschwitz führten. Am 22. März 1942 wurden die letzten 33 Kinder des jüdischen Waisenhauses in der Hallemannstraße zusammen mit dem Personal, dem Leiter des Waisenhauses, Dr. Isaak Hallemann, und dessen Familie nach Izbica deportiert; keiner von ihnen überlebte.

Mitte Juni 1943 wurden die verbliebenen ca. 40 Juden nach Auschwitz deportiert; das bedeutet das Ende der Jüdischen Gemeinde Fürth. In Fürth lebten dann nur noch wenige „in Mischehe“ verheiratete Juden; einige von ihnen verschleppte man noch wenige Monate vor Kriegsende nach Theresienstadt. Mehr als 1.000 Fürther jüdischer Herkunft fielen der Shoa zum Opfer.

Kurz nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen bildete sich - mit Genehmigung der US-Militärregierung - ein „Komitee für jüdische Angelegenheiten” in Fürth. Bald darauf entstand auf Initiative von Jean Mandel und dem aus Polen stammenden Rabbiner David Spiro in Fürth wieder eine kleine jüdische Gemeinde; ihre Angehörigen stammten fast ausschließlich aus Osteuropa und stellten zeitweilig ca. 400 Personen. - Neben der Israelitischen Kultusgemeinde entwickelte sich ab 1945/1946 noch eine zweite jüdische Gemeinde in der Stadt Fürth, die für ganz Süddeutschland zuständig war und von der US-Army getragen wurde; in der US-Kaserne in der Frohnmüllerstraße besaß sie ihre Synagoge - vermutlich die einzige US-Militärsynagoge in Europa überhaupt. Diese Synagoge ist heute noch religiöser Mittelpunkt aller jüdischen US-Angehörigen in Bayern.

Nachdem der Großteil der auswanderungswilligen jüdischen DPs Anfang der 1950er Jahre Fürth verlassen hatte, konsolidierte sich die Gemeinde; ihre Mitgliederzahl betrug nun ca. 200 Personen. Anders als in anderen deutschen Städten gelang hier nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine (orthodox-) religiöse Wiederbelebung der Gemeinde.

Im ehemaligen jüdischen Waisenhaus an der Ecke Rosenstraße/Dr.Hallemann-Straße wurde 1967 die Synagoge der heutigen Jüdischen Gemeinde in Fürth neu eingeweiht.

                  Blick in das Synagogeninnere (Aufn. aus: juedische-allgemeine.de)  

Um die Jahrtausendwende zählte die Fürther Gemeinde etwa 350 Angehörige, davon die meisten Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion; 2006 war ihre Anzahl auf mehr als 600 Personen angewachsen; gegenwärtig sind es aber nur noch knapp 300 Angehörige.

  Mahnmal für die ehem. Synagoge (Aufn. A. Mayer, 2009, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Geleitsgasse wurde zur Erinnerung an die frühere Gemeinde und an die während der Pogromnacht zerstörte alte Synagoge 1987 ein Mahnmal errichtet; die ca. drei Meter hohe Granit-Plastik des japanischen Bildhauers Kunihiko Kato stellt einen brennenden Dornbusch dar. Um die Granit-Plastik ist der folgende Schriftzug zu lesen:

Ehrwürdiger ! Völker drangen in deinen Besitz ein, verunreinigten dein Eigentum.

Sie vergossen das Blut wie Wasser und machten zum Gespött unsere Nachbarn.

 Fürth Alter Jüdischer Friedhof 009.JPG

Blick auf den alten jüdischen Friedhof (Aufn. Jan Eric Loebe, 2011, aus: wikipedia.org; CC BY-SA 3.0)

Fuerth-juedischer-friedhof-v-sw.jpg Aufn. Keichwa, 2012, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0

Der von einer Sandsteinmauer umgebene alte Friedhof am Rande der Altstadt - auf dem Gelände sollen im Laufe der Jahrhunderte mehr als 20.000 (!) Begräbnisse stattgefunden haben - wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit so gut wie möglich wiederhergestellt.

Anm.: Dort findet man noch das Grab des Fürther Ehrenbürgers Dr. Wilhelm Königswarter (1809-1878); ihm verdankte die Stadt reiche Stiftungen sozialer und kultureller Art. Andere Grabsteine mit berühmten Namen erinnern z.B. an die Landesrabbiner Bermann Fraenkel (gest. 1708), Baruch Rapaport (gest. 1746), David Strauss (gest. 1762) u.a.

Auf dem neuen israelitischen Friedhof in der Erlanger Straße erinnert ein Gedenkstein an die Fürther Juden (Aufn. Alexander Mayer, 2009); seine Inschrift lautet:

 Für unser Volk und unseren Glauben ließenunsere teuren Brüder und Schwestern ihr Leben als Märtyrer in den unheilvollen Jahren 1933 - 1945. Zum stillen Gedenken errichtet von der Jüdischen Gemeinde Fürth.

Shoa-Denkmal* auf dem neuen jüd. Friedhof (Aufn. A. Mayer, 2009, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

* Dieses Denkmal war 1947 auf dem Gelände des DP-Lager Fürth-Finkenschlag aufgestellt und zwei Jahre später an seinen heutigen Standort transloziert worden.

1997 wurde ein Mahnmal für 886 Fürther Opfer der Shoa im Taharahaus des neuen jüdischen Friedhofs eingeweiht. In den Folgejahren konnten nach intensiven Nachforschungen weitere 183 Opfer benannt werden; ihre Namen erhielten 2009 ebenfalls einen Platz auf der Gedenkwand.


namentliche Nennung der Fürther Deportationsopfer (Aufn. A. Mayer, 2009, aus: wikipedia.org, CC BY-SA 3.0)

Durch eine aufwändige, mehrjährige Sanierung konnte der Verfall der Friedhofshalle gestoppt werden; seit 2010 zeigt sich das aus dem Jahre 1902 stammende vom Fürther Architekten Adam Egerer erstellte Gebäude in neuer Pracht. Bei den Restaurierungsarbeiten wurden alte Malereien wieder freigelegt. 

Friedhofshalle (Aufn. Jan Eric Loebe, 2011, aus: wikipedia.org, CC BY 3.0)

1999 öffnete das „Jüdische Museum Franken” - getragen von einem 1990 gegründeten Verein - seine Pforten. Das Museum in Fürth thematisiert neben der Geschichte und Kultur der Juden in dieser Region auch ihre Gegenwart und Zukunft. Das Museum - untergebracht in einem über Jahrhundert hinweg von jüdischen Familien bewohnten Hause - dient auch als Begegnungsstätte und Lernort. Im „Jüdischen Museum Franken” in Fürth ist auch ein Modell der alten Fürther Hauptsynagoge zu sehen. Auch eine historische Laubhütte und eine Mikwe sollen Spuren des jüdischen Alltags aufzeigen. Im Mai 2018 wurde der modern gestaltete Anbau des Museums feierlich eingeweiht; die davor liegende kleine Freifläche wurde in Jean-Mandel-Platz umbenannt.

Architektenentwurf (aus: umarchitekt.de/p-juedisches-museum-fuerth.html)

Anmerkung: Neben dem in Fürth bestehenden Hauptsitz des „Jüdischen Museums Franken“ verfügt es noch über zwei weitere Standorte, nämlich in Schnaittach und in Schwabach.

2004 eröffnete das Museum eine Dauerausstellung zur Familiengeschichte Krautheimer in der ehemaligen Kinder-Krippe in der Mainstraße; Martha Krautheimer erfüllte mit der Einrichtung der Säuglingskrippe 1911 das Testament ihres verstorbenen Ehemannes Nathan. Heute wird das Haus als Schulgebäude genutzt.

 1873 wurde Karl Jakob Wassermann in Fürth geboren. Nach einer unglücklichen Kindheit und einer gescheiterten Berufsausbildung führte er ein unstetes Bohéme-Leben, das ihn über Süddeutschland, die Schweiz bis nach Wien führte. Obwohl die jüdische Religion im Elternhaus keine Rolle gespielt hatte, näherte er sich dieser während seines Lebens. Mit dem Roman „Die Juden von Zirndorf“ hatte Wassermann seinen ersten literarischen Erfolg. Zu seinen schriftstellerischen Werken zählten nach der Jahrhundertwende „Melusine“ und dem Fortsetzungsroman „Die Geschichte der jungen Renate Fuchs“ , „Caspar Hauser“ (1907), „Das Gänsemännchen“ (1915) und „Christian Wahnschaffe“ (1919) machten ihn zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren der Weimarer Zeit. Sein Buch „Der Fall Maurizius“ verkaufte sich in den 1920er Jahren allein über eine Million Mal in Amerika. Nach 1933 wurden seine Werke, in deren Mittelpunkt er deutsch-jüdische Identität stellt, verboten und verbrannt. - Heutzutage ist Karl Jakob Wassermann - er starb 1934 - fast in Vergessenheit geraten. Im Jahre 1995 stiftete die Stadt Fürth den Jakob-Wassermann-Literaturpreis, der alle zwei bis drei Jahre verliehen wird.

  Der 1826 in Fürth als Sohn eines Papiergroßhändlers geborene Leopold Ullstein zog sich aus dem Familienunternehmen zurück und gründete 1855 in Berlin eine eigene Papierhandlung. Neben seinem Beruf war er in der Berliner Stadtverordnetenversammlung tätig. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt gründete er einen Verlag, nachdem er das „Neue Berliner Tagblatt“, die dazugehörige Druckerei und die „Berliner Zeitung“ erworben hatte. Im Jahr 1894 kaufte Ullstein die 1892 gegründete „Berliner Illustrierte Zeitung“, die er zur bedeutendsten deutschen Wochenzeitung fortentwickelte. Nach seinem Tod (1899) setzten dessen Söhne sein Lebenswerk fort.

  Rabbiner David Spiro (1901–1970): Die weltweit geachtete halachische Autorität war der einzige akademisch gebildete Rabbiner im Nachkriegsdeutschland. Mit seinem Wirken wurde Fürth in Anknüpfung an die alten Traditionen aus der Zeit der Talmud-Hochschule zu einem neuen Zentrum der Orthodoxie in Deutschland. Im Jahre 2007 wurde seitens des bayrischen Landesverbandes der israelitischen Kultusgemeinden erstmals der „Rabbiner-Spiro-Preis“ vergeben; diese Auszeichnung soll an den Fürther Rabbiner erinnern, der trotz seiner Erlebnisse durch den Naziterror - er war Überlebender des Warschauer Ghettos - an eine jüdische Zukunft in Deutschland glaubte. Den undotierten Preis erhielt als erster Edmund Stoiber, dessen Engagement zur „Aufrechterhaltung und Entwicklung jüdischer Gemeinden im Freistaat“ gewürdigt wurde; in dessen Amtszeit als bayrischer Ministerpräsident wurde 1997 ein Staatsvertrag mit der jüdischen Gemeinschaft geschlossen, der diese der katholischen und evangelischen Kirche gleichstellte.

Fuerth Museum 145.jpg (69466 Byte) Heinrich Berolzheimer (1836-1906) war ein Fürther Bleistift-Fabrikant, der zusammen mit einem Partner Illfelder in den USA ein Zweigunternehmen (Eagle Pencil) gründete. Nachdem er dort seinen Söhnen das erfolgreiche Unternehmen übertragen hatte, kehrte er in seine fränkische Heimat zurück. Für seine großzügigen Stiftungen wurde er 1904 von der Stadt Fürth und ein Jahr später von der Stadt Nürnberg mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet.

  Der von 1973 bis 1977 als US-Außenminister tätige Henry Kissinger wurde als Heinz Alfred Kissinger am 27.Mai 1923 in Fürth geboren; sein Vater war Lehrer am städtischen Mädchgenlyzeum, seine Mutter war die Tochter eines wohlhabenden jüdischen Viehhändlers aus Leutershausen (b. Ansbach). Bis zur Emigration der Familie in die USA (1938) verbrachte Henry Kissinger – zusammen mit seinem Bruder - seine Kindheit in Fürth. Im Alter von 20 Jahren wurde er – nun im Besitz der US-Staatsbürgerschaft – zum Militärdienst eingezogen und kam gegen Kriegsende nach Deutschland. Aus der Familie Kissinger sind während der NS-Zeit 13 Angehörige Opfer der Shoa geworden. - Seit 1998 ist Henry Kissinger Ehrenbürger seiner Geburtstadt Fürth.

 

In Unterfarrnbach, einem heutigen Stadtteil von Fürth, entstand im 16.Jahrhundert unter dem Schutz des Bamberger Hochstifts eine jüdische Gemeinde. Ihren personellen Zenit erreichte sie im 18.Jahrhundert, als im Dorf mehr als 20 jüdische Familien lebten. Doch nach 1800 waren es nur deutlich weniger. Zentrum ihrer Ansiedlung war der „Judenhof“. Die 1824 durch Brand weitgehend zerstörte Synagoge wurde zwar wieder aufgebaut, doch nur noch wenige Jahrzehnte genutzt.

Verstorbene Juden aus Unterfarrnbach fanden ihre letzte Ruhe auf dem Fürther Friedhof. Auf Grund von Abwanderung löste sich im Jahre 1863 die Gemeinde völlig auf; die Synagoge wurde veräußert und vom neuen Besitzer später zu Wohnzwecken genutzt.

 

Im nahegelegenen Schnaittach ist eine erhalten gebliebene Judaica-Sammlung zu besichtigen, die jüdisches Leben auf dem Lande dokumentiert. In Schnaittach, zentralem Ort der Herrschaft Rothenberg, hatten sich Ende des 15.Jahrhunderts Juden niedergelassen; auch in den benachbarten Landgemeinden Forth, Hüttenbach und Ottensoos gab es jüdische Gemeinden. Seit dem 16.Jahrhundert war Schnaittach Sitz eines Rabbiners und stellte den zentralen Begräbnisplatz für die umliegenden Dörfer. Seine Blüte erlebte das Rabbinat Schnaittach im 17./18.Jahrhundert; Ende des 19.Jahrhunderts erlosch es.

[vgl. Schnaittach (Bayern)]

Weitere Informationen:

Sigmund Haenle, Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth, Nürnberg 1878

Friedrich Neubürger, Verfassungsrecht der gemeinen Judenschaft zu Fürth und in dessen Amt im 18.Jahrhundert, Dissertation der juristischen Fakultät Erlangen, Fürth 1902

Adolf Eckstein, Der Kampf der Juden um ihre Emanzipation in Bayern, Fürth 1905

Grete Ballin, Geschichte der Juden in Fürth (verfasst 1943 auf Anordnung der Gestapo Nürnberg-Fürth !!!), Manuskript befindet sich in Israel

Leopold Löwenstein, Zur Geschichte der Juden in Fürth (in 3 Bänden), in: Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft 7/1908, 8/1911 und 10/1913, Frankfurt/M. 1909/1913 (Nachdruck der Aufsatzreihe: Hildesheim 1974)

J. Rosenfeld, Vor 200 Jahren wurde die Israelitische Waisenanstalt zu Fürth gegründet, in: Nachrichten für den jüdischen Bürger Fürths, Fürth 1962

Stefan Schwarz, Die Juden in Bayern im Wandel der Zeiten, Olzog-Verlag München/Wien 1963 (Taschenbuchausgabe München 1980, S. 84 f.)

Günter Klier, Die Fürther Judengemeinde im 19.Jahrhundert, Zulassungsarbeit der Universität Erlangen-Nürnberg 1965

Helmut Mahr, Die Fürther Hauptsynagoge, in: Fürther Heimatblätter, Neue Folge 1966

Rudolf Endres, Geschichte der jüdischen Gemeinde Nürnberg-Fürth im 19. und 20.Jahrhundert, in: ‘frankenland’ - Zeitschrift für Fränkische Landeskunde u. Kulturpflege (Sondernummer), Würzburg 1978, S. 23 - 31

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann, Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918 - 1945. Geschichte und Zerstörung, Oldenbourg-Verlag, München/Wien 1979, S. 179 - 187

Helmut Eschwege, Die Synagoge in der deutschen Geschichte - Eine Dokumentation, VEB Verlag der Kunst Dresden 1980, S. 68/69

Harold Hammer-Schenk, Synagogen in Deutschland. Geschichte einer Baugattung im 19. u. 20.Jahrhundert, Hans Christians Verlag, Hamburg 1981, Teil 1, S. 244 f.

Gerhard Wilhelm Daniel Mühlinghaus, Der Synagogenbau des 17. u. 18.Jahrhunderts im aschkenasischen Raum, Dissertation, Philosophische Fakultät Marburg/Lahn, 1986, Band 2, S. 128 ff.

Ruben Rosenfeld, Rede zur Einweihung des Denkmals für die Fürther Juden und Synagogen am 26. Juni 1986, in: Fürther Heimatblätter, 1986/4, S.132 - 136

Gerd Walther, Ein fränkisches Jerusalem - Daten und Texte zur Geschichte der Fürther Juden, Fürth 1987

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Jüdisches Museum Franken, „Von Glanz, Zerstörung und Verlust. 400 Jahre Fürther Altschul“ - Ausstellung, 2017 (Begleitheft)

Matthias Boll (Red.), Jüdisches Museum – Anbau wurde mit Festakt eingeweiht, in: nordbayern.de vom 13.5.2018

Johannes Alles (Red.), Ausruhen auf dem Jean-Mandel-Platz, in: „Fürther Nachrichten“ vom 20.10.2018