Wien (Österreich)

Der erste sichere Beleg für Ansiedlungen von Juden in Wien stammt aus dem ausgehenden 12.Jahrhundert, als die Babenberger Herzöge Wien zu ihrer Residenzstadt machten. Damals ließen sich Juden in der Gegend des heutigen Judenplatzes nieder. Der erste urkundlich bezeugte Jude von Wien war Schlom (Salomon); er war um 1193/1194 nach Wien gekommen und von Herzog Leopold V. zu seinem Münzmeister ernannt worden. Eine Synagoge in der Seitenstättengasse wird erstmals 1204 erwähnt, vor dem Kärntner Tor der erste jüdische Begräbnisplatz angelegt.

Die rechtliche Stellung der Juden Wiens - sie gehörten damals zumeist zur sozialen Oberschicht mit gewissen Sonderrechten - unterschied sich kaum von der der christlichen Stadtbewohner. Die „Judenordnung“ der Babenberger Herzöge galt als die toleranteste Minderheitenregelung im deutschsprachigen Raum während des Mittelalters; sie sah z.B. für die Ermordung von Juden und für die Schändung jüdischer Friedhöfe sogar die Todesstrafe vor. Auf Grund der judenfreundlichen Gesinnung entwickelte sich Wien im Laufe des 13.Jahrhunderts zu einem geistigen Zentrum des Judentums. Unter der Herrschaft Ottokars II. war die Wiener Judengemeinde zwischen 1233 und 1278 die größte im deutschen Sprachraum. Anfang des 14.Jahrhunderts lebten etwa 800 Juden in Wien. Erst durch kaiserliche Verfügungen wurden Juden später zu „Untertanen 2.Klasse“ degradiert.

Von den Verfolgungen in der Pestzeit 1348/1350 waren die Juden Wiens nicht betroffen; vielmehr war die Stadt sogar Zufluchtsstätte für vertriebene Juden aus anderen Teilen des Reiches. Sie lebten in dem etwa 70 Gebäude umfassenden „Judenbezirk“ ghettoartig zusammen; neben einer Schutzsteuer mussten sie weitere finanzielle Leistungen erbringen. Im Bezirk stand auch ihre Synagoge, die um 1405/1410 neu errichtet worden war.

          Modell der Wiener Synagoge um 1400 (Atelier Franz Hnzido, aus: wikipedia.org)

Als 1396/1397 weitere jüdische Familien nach Wien zogen - es waren Flüchtlinge aus Steiermark und Kärnten -, rebellierte die Wiener Bevölkerung; nur der Einsatz von Truppen verhinderte einen Einfall in die „Judenstadt“. Als 1406 dort ein Brand ausbrach und auch das übrige Stadtgebiet bedrohte, beschuldigten Wiener Studenten die hiesigen Juden, ganz Wien verbrennen zu wollen, und riefen zur Plünderung des jüdischen Viertels auf; Besitztümer von hohem Wert wurden in der Folge vom Mob vernichtet.

Mit dem Beginn der Regentschaft Herzog Albrecht V. 1411 verbesserte sich vorübergehend auch wieder die Situation der Wiener Juden, die schnell ihre wirtschaftliche Stärke zurückgewannen. Doch schon während der Hussitenkriege kam es 1421 wegen eines angeblichen Hostienfrevels zu blutigen Verfolgungen. Einen Großteil der Gemeindeangehörigen ließ Herzog Albrecht V. einkerkern und foltern, der Rest beschloss seine Selbstverbrennung; unter ihnen war Rabbi Jonah, der als letzter an die Synagoge Feuer legte. Von den eingekerkerten Juden, die sich der Zwangstaufe widersetzt und der Folter widerstanden hatten, wurden etwa 200 verbrannt; zahlreiche Kinder wurden zwangsgetauft. Der mittellosen Juden entledigte man sich in der Art, dass man diese in ruderlosen Booten auf der Donau aussetzte und sie den Fluss abwärts treiben ließ. Die Häuser der „Judenstadt“ wurden vom Herzog eingezogen und verkauft bzw. an Günstlinge vergeben. Damit war das Ende mittelalterlichen jüdischen Lebens in Wien besiegelt.

Im Laufe des 16.Jahrhunderts wurde zunächst einzelnen jüdischen Familien wieder die Ansiedlung in Wien erlaubt; denn besonders in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges waren sie für den Kaiser als Geldgeber, Heereslieferanten und Münzverwalter nützlich; Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) machte ihnen daraufhin weitere Zugeständnisse. Der Wiener Magistrat und die Stände versuchten wiederholt, die zu ökonomischen Einfluss gelangten jüdischen Familien zu schaden bzw. ausweisen zu lassen. Diesem Verlangen kam Ferdinand II. mit der Umsiedlung der Juden entgegen. Die 130 damals im Stadtinnern lebenden jüdischen Familien wurden nach 1623 an der Peripherie - im Viertel „Am Unteren Werd“ zwischen den Donauarmen - konzentriert; hier wuchs nun die jüdische Bevölkerung von Wien rasch an; um 1660 sollen bereits 500 Familien auf engstem Raum gelebt haben.

Historische Wienansicht 1640 Wien - historische Ansicht, um 1640

Als im Jahre 1668 der drei Monate alte Kronprinz starb und ein Brand den größten Teil der Wiener Hofburg verwüstete, fanden vermehrt Stimmen Gehör, die derartige Katastrophen als Strafe Gottes für die erlaubte Niederlassung der Juden in Wien sahen. 1670 wurden dann auf kaiserlichen Befehl Leopolds I. mehr als 3.000 Juden aus Wien ausgewiesen; denn die mit der "Untersuchung" betraute sog. Inquisitionshofkommission hatte verlangt, „die größten Feinde und Widersacher des christlichen Volkes“ aus der Stadt zu verbannen. Im vom Ministerrat beschlossenen Ausweisungspatent vom Febr. 1670 hieß es, dass auf Befehl des Kaisers alle „[...] die Juden insgesamt, keinen davon ausgenommen, von hinnen und aus dem ganzen Lande Österreich wegzuschaffen“ seien. Diese kaiserliche Entscheidung wurde durch „öffentlichen Ruf in der Stadt“ verkündet; als Frist zum Verlassen Wiens wurde der Fronleichnamstag desselben Jahres gesetzt. Zunächst mussten die ärmeren Familien gehen, dann auch die wohlhabenden. Die Vertriebenen verloren ihr Eigentum und durften nur das mitnehmen, was sie tragen konnten. Die mit Passbriefen ausgestatteten abziehenden Juden wandten sich anderen habsburgischen Ländern (Böhmen, Mähren und Ungarn) zu, gingen aber auch nach Bayern, ins brandenburgische Kurfürstentum und nach Polen. Die verlassene Wiener Hauptsynagoge wurde in Brand gesteckt; an gleicher Stelle errichtete man eine Kirche, welche auf den Namen des Hl. Leopold geweiht wurde. (Anm.: Seit dieser Zeit hieß das Gebiet der ehemaligen Judenstadt im Unteren Werd „Leopoldstadt“.)

 

"Auszug der Juden aus Wien 1670" (Kunstsammlung Veste Coburg)

Erst nach 1700 erfolgte die Rückkehr privilegierter Hofjuden; sie siedelten sich wieder im ehemaligen Ghettobereich, der damaligen Leopoldstadt, an. Zu den bekanntesten zählten Samuel Oppenheimer - er hatte bereits ab 1672 die Hofhaltung und die Finanzierung des habsburgischen Heeres übernommen - und Samson Wertheimer; letzterer setzte sich für die Belange seiner Glaubensgenossen ein, indem er den aus Wien vertriebenen zur Gründung eigener Gemeinden in burgenländisch-ungarischen Orten verhalf.

1782 gestand der dem aufgeklärten Absolutismus zugewandte Joseph II. mit seinem Toleranzedikt den Juden Wiens und Niederösterreichs fast den Status von ‚Vollbürgern’ zu. Die Wiener Juden erhielten Bildungs- und Gewerbefreiheit, Zugang zu den Universitäten des Landes und konnten Immobilien jeder Art erwerben; allerdings hatten sie keinen Zugang zu öffentlichen Ämtern. Den auswärtigen Juden wurde zwar der Leibzoll erlassen, doch unterlagen sie in ihrer Wirtschaftstätigkeit Beschränkungen. Nach dem Wiener Kongress von 1815 spielten reiche Wiener Juden gesellschaftlich und politisch eine wichtige Rolle; sie bildeten eine kleine Elite, weil die gesetzlichen Regelungen nur wohlhabenden Juden eine Niederlassung gestattet hatten. Offiziell wurde die Wiener Kultusgemeinde allerdings erst im Jahre 1852 gegründet, nachdem ein provisorisches Gemeindestatut in Kraft getreten war. Dank des Predigers Isaak Noah Mannheim (1793–1865) und des Kantors Salomon Sulzer (1804–1890) entstand damals die modern-orthodoxe Liturgie, der sog. „Wiener Ritus“.

Als 1848 die Barrieren für die Ansiedlung gefallen waren, zog Wien gleichsam wie ein Magnet viele Menschen an. Aus dem gesamten Habsburgerreich erfolgte ab Ende der 1860er Jahre eine enorme Migration von Juden in die Metropole Wien; sie kamen vor allem aus Galizien, der Bukowina und Ungarn (incl. Slowakei). Der Zuzug galizischer Juden kann in zwei Gruppen unterteilt werden: die kleinere setzte sich aus wohlhabenden Menschen zusammen, die in den 1860/1870er Jahren hierher kamen, um die besseren „Entfaltungsmöglichkeiten“, die die Hauptstadt bot, zu nutzen. Die zweite, bedeutend größere Gruppe bestand aus jenen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen; ihre Motivation war, der Armut in Galizien zu entfliehen. Diese Gruppe war wesentlich fester in ihrer religiösen Tradition verhaftet. „Der Ostjude aus Galizienwurde zum Gespenst vergangener Zeiten. [...] Der Galizianer wurde zum Paradigma jüdischer Ghettoexistenz und Gegenbild des modernen deutsch akkulturierten Juden.“ Die Immigranten konzentrierten sich in bestimmten Stadtbezirken, so vor allem in der Leopoldstadt, aber auch im Alsegrund und der Inneren Stadt. So wurde auch der Bau einer neuen großen Synagoge notwendig. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die neue Synagoge 1858 in der Tempelgasse in der Leopoldstadt eingeweiht; sie bot mehr als 2.200 Personen Platz. Der Synagogenbau war vom Architekten Ludwig Förster im historisierenden Klassizismus gestaltet und mit orientalisierenden Ornamenten versehen.

    

                     Synagoge in der Tempelgasse (Leopoldstädter Tempel)                                   Gemälde Rudolf von Alt (aus: wikipedia.org, CCO)

In den letzten beiden Jahrzehnten des 19.Jahrhunderts wurden in Wien weitere Synagogen gebaut; so zwischen 1882 und 1884 eine im sechsten Wiener Bezirk in der Schmalzhofgasse.

                      

                     Synagoge (Schmalzhofgasse)                         Synagoge (Hubergasse)                               Synagoge in der Turnergasse

Weitere Bauten entstanden 1888 in der Müllnergasse im neunten Bezirk und 1903 in der Neudeggergasse im achten Bezirk.

                                                 

                  Synagoge Müllnergasse                         Synagoge Neudeggergasse (Aquarell 1912)           Synagoge in der Kluckygasse (20.Bezirk)

 

Synagoge in der Seitenstettengasse, eingeweiht 1826 (rechts: Aufn. Peter Diem, austria-forum.org)

   Synagoge in Nikolsdorf, Siebenbrunnengasse (hist. Postkarte, aus: bezirksmuseum.at)

    

Wien-Simmering -11.Bezirk, Braunhubergasse, eingeweiht 1899   -   rechts: Aquarell von Franz Zach

Als Gegenpol zu den assimilatorischen Bestrebungen, die in den Synagogenbauten zum Ausdruck kamen, ließen religiös-orthodox eingestellte (ungarische) Juden um 1865 eine neue Synagoge in der Großen Schiffgasse erbauen. Das etwa 750 Plätze umfassende Bethaus, die sog. „Schiff-Schul“, war schlicht gehalten und entsprach ihren traditionalistischen Architekturvorstellungen. Daneben gab es ein Bethaus der polnischen Orthodoxie („Beth Israel“).

Insgesamt gab es in Wien ca. 40 orthodoxe Synagogen und Bethäuser, wobei diese religiösen Gruppen meist jeweils bis zu ca. 350 Angehörige besaßen.

     

Sefardim-Synagoge“ (oder „Türkischer Tempel“) in der Zirkusgasse, erbaut 1885/1887  -  rechts Aquarell Franz Reinhold, 1890

Die eigenständig verwaltete sephardische Gemeinde in Wien ließ 1885/1887 in der Zirkusgasse ihren „türkischen Tempel“ errichten, der sich durch eine prächtige und kostbare Ornamentierung auszeichnete; als stilistisches Vorbild dienten dem Architekten Hugo von Wiedenfeld einstige Synagogen in Granada.

Anmerkung: Die Friedensverträge zwischen den Habsburgern und Osmanen in der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts hatten den türkischen Juden Privilegien in der Donaumonarchie – wie freie Religionsausübung und Niederlassungsfreiheit – gesichert, die den österreichischen Juden damals verwehrt waren. Einige tausend Sepharden handelten mit Gewürzen, Seide und Tabak und machten die arabische Medizin bekannt. Ausdruck ihrer privilegierten Stellung war u.a. der 1887 eingeweihte sephardisch-türkische Tempel in der Leopoldstadt.

Im 19. und Anfang des 20.Jahrhunderts entwickelte sich Wien zu einem Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und hebräischer Literatur. Auch im politischen Leben nahmen österreichische Juden nun führende Positionen ein, vor allem innerhalb der österreichischen Sozialdemokratie.

Wien war auch das Zentrum der zionistischen Bewegung. Durch die Zuwanderung von Zehntausenden osteuropäischer Juden entwickelte sich Wien zu einer der größten jüdischen Gemeinden in Europa. Ab den 1870er Jahren gewann in Wien der moderne Antisemitismus viele Anhänger; diese waren zeitweise im Wiener Stadtparlament in der Mehrheit.

In den 1880er Jahren sammelte der antisemitische Politiker Georg Schoenerer als Führer der Alldeutschen die Stimmen der Bauern und Studenten; in den 1890er Jahren war es Karl Lueger, der spätere Wiener Bürgermeister, der mit seinem Antisemitismus bei den Kleingewerbetreibenden und Handwerkern punktete. Seine politische Zielrichtung war später Hitler ein Vorbild. Der der christlich-sozialen Partei angehörende Lueger verstand es, die Wiener Öffentlichkeit durch seine Judenhetze zu beeindrucken. „Groß-Wien darf nicht Groß-Jerusalem werden!” oder „Der Antisemitismus geht erst dann zu Grunde, wenn der letzte Jude zu Grunde gegangen ist.” entstammten dem Sprachschatz des damaligen Wiener Bürgermeisters.

Jüdische Bevölkerung Wiens:

         --- um 1570 .......................    7 jüdische Familien,

    --- um 1660 .......................   bis zu 500     “       “    ,

    --- um 1700 .......................     keine,        

    --- 1752 ...................... ca.     450 Juden,

    --- um 1780 ................... ca.     100 jüdische Familien,

    --- 1800 ..........................     121     “        “   ,

    --- 1820 ..........................     135     “        “   ,

    --- 1846 ..........................   3.740 Juden,

    --- um 1860 ................... ca.   6.200   “   (2,2% d. Bevölk.),

    --- um 1870 ................... ca.  40.200   “   (6,6% d.    “   ),

    --- um 1880 ................... ca.  72.600   “   (ca. 10% d. “   ),

    --- um 1890 ................... ca. 118.500   “  ,

    --- 1900 ...................... ca. 148.000   “  ,

    --- 1910 ...................... ca. 175.300   “  ,

    --- 1923 .........................  201.513   “   (10,8% d. Bevölk.),  

    --- 1934 ...................... ca. 178.000   “   ( 9,5% d.    “   ),

    --- 1936 .........................  176.034   “  ,

    --- 1941 (Juni) ............... ca. 52.000    “  ,

    --- 1944 (Dez.) ............... ca.   6.000   “  ,

    --- 1945 (April) .............. ca.     200   “  ,

    --- 1951 ...................... ca.   9.000   "  ,

    --- 1961 ...................... ca.   8.300   "  ,

    --- 1980 ...................... ca.   6.500   “  ,

    --- 1996 ...................... ca.   8.000   “  ,

    --- 2001 ...................... ca.   7.000   "  .

Angaben aus:  H. Tietze, Die Juden Wiens - Geschichte, Wirtschaft, Kultur

und                  Julius H.Schoeps (Hrg.), Neues Lexikon des Judentums, S. 865

    

Galizische Juden in der Leopoldstadt (aus: hometele2.at)  –  Juden am Karmeliterplatz, 1915 (aus: wikipedia.org, gemeinfrei)

Nach dem Verlust der Kronländer lebten im „Reststaat“ der Ersten Österreichischen Republik mehr als 90% der jüdischen Bevölkerung in Wien, wobei mehr als Hälfte aus den abgetretenen Gebieten stammte; ein letzter großer Zustrom war noch im Laufe des Krieges durch Flüchtlinge aus der Bukowina und Galizien erfolgt; ca. 25.000 verblieben in der Metropole.

Zu den namhaften jüdischen Kaufhäusern Wiens zählten:

 Kaufhaus Rothberger am Stephansplatz

 Kaufhaus Gerngross (Abb. aus: wikipedia.org, gemeinfrei) Kaufhaus Rothberger am Stephansplatz (aus: Slg. Eduard Konrad) 

Als die Donaumonarchie nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel, wurden die Juden immer stärker ausgegrenzt; der von den Deutschnationalen geschürte politische Antisemitismus flammte erneut auf und wurde zu einer „Integrationsideologie“ für die antidemokratischen Kräfte.

                                                                      Antisemitisches Wahlplakat von 1920  

Am 12.März 1938 marschierten Verbände der deutschen Wehrmacht - von der Bevölkerung vielumjubelt - in Österreich ein. Unmittelbar danach setzten die ersten Maßnahmen gegen Juden in Wien ein.

                                   antisemitische Schmiereien in Wien, März 1938

Von der „März-Aktion” 1938 waren vor allem die Juden Wiens betroffen. In den Tagen des 13./14.März drangen SS- und SA-Angehörige auf Anordnung höchster Staats- bzw. Parteidienststellen in Hunderte jüdischer Wohnungen ein und beschlagnahmten u.a. Wertsachen, Gemälde, Teppiche. Wiener Großkaufleute wurden festgenommen, ihre Warenlager beschlagnahmt und ihre Geschäfte geschlossen. Über die Situation der österreichischen Juden unmittelbar nach dem sog. „Anschluss” berichtete, Dr. Leo Lauterbach, geschäftsführender Sekretär der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, Ende April 1938 u.a.:

„ ... Unsere Erfahrungen in Wien waren sehr traurig. Wir fanden eine große, alte jüdische Gemeinde bis in ihre Grundfesten erschüttert. Praktisch führerlos, schreckgelähmt, bedroht von wirtschaftlicher Ausmerzung, am Rande der Armut, war sie voll Angst und Sorge um ihre Zukunft. ... einige Wochen wilder Verfolgung genügten, das ganze Gebäude zu entwurzeln. Es gibt kaum in moderner Zeit eine tragischere Illustration für die Heimatlosigkeit und Unsicherheit eines zerstreuten Volkes. ... Man kann daher verstehen, daß die Katastrophe, die die österreichische Judenheit befallen hat und die krassen Veränderungen, durch die innerhalb weniger Wochen ihre wirtschaftliche, gesellschaftliche und rechtliche Lage drastisch verwandelt wurde, nicht die Folge öffentlich verkündeter Gesetze ist, sondern von Aktionen, die de facto von verschiedenen Faktoren verbrochen werden, wie: den Nazi-Parteiorganisationen, der Geheimen Staatspolizei, den uniformierten SS und SA und von einzelnen.

Grob gesprochen können diese Aktionen folgendermaßen unterteilt werden:

         a. “Arisierung” jüdischer Geschäfte,

         b. Durchsuchungen von Privathäusern und Geschäften, begleitet von Geldabnahme und Erpressung von Waren,

         c. Massenarreste und Deportierung in Konzentrationslager,

         d. Sadistische Gewaltanwendung, Zwangsarbeit von demütigender und degradierender Natur, etc. ...

Die Zahl der Verhafteten wird roh auf 10.000, davon 2.000 Juden, geschätzt.”

Um einen Überblicks über das in Wien befindliche jüdische Vermögen zu erhalten, ordnete das österreichische "Ministerium für Arbeit und Wirtschaft" im Mai 1938 an, dass Vermögen über 5.000 RM bei der eigens dafür eingerichteten "Vermögensverkehrsstelle" zu melden seien. Diese sorgte entweder für eine Liquidation des jüdischen Betrieb oder meldete diesen zur "Arisierung" an (falls er für die Volkswirtschaft als wertvoll erachtet wurde). Ein Verkauf konnte allerdings nur mit Zustimmung des jüdischen Besitzers erfolgen; dabei ging nur ein kleiner Anteil des Verkaufserlöses an den ursprünglichen Besitzer über, den Großteil zogen die NS-Behörden an sich (z.B. mit der sog. „Reichsfluchtsteuer“). Neben Betrieben und Geschäften wurden in Wien auch über 50.000 Wohnungen "arisiert".

Nach dem sog. „Anschluss“ gab es für die Jüdische Gemeinde in Wien zwei zentrale Probleme zu lösen: die soziale Wohlfahrt und die Organisation der Emigration. Am 20. Mai 1938 wandte sich der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde an alle Gemeindemitglieder:

An die Juden Wiens !

Der Augenblick ist ernst und bedeutungsvoll, sein Gebot lautet: Einheit und Gottvertrauen. Was uns in der Vergangenheit trennte, war klein und unbedeutend; was uns heute eint, ist groß und unvergänglich. Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Schicksalsgemeinschaft soll uns die Quelle neuer Zuversicht werden. ... Wichtige und einschneidende Änderungen sind im jüdischen Leben eingetreten, manche Umwälzung steht noch bevor. Es gilt, an Gott zu glauben und bereit zu sein. Es darf keiner unter uns in seiner Not einsam und verlassen bleiben. Jüdisches Mitgefühl und Opferbereitschaft müssen zur Stelle sein, um Leid zu lindern, Verzweiflung zu beschwichtigen und Lebenswillen zu wecken. Bereits in der nächsten Zeit werden viele von uns daran gehen, sich in der Ferne neue Daseinsmöglichkeiten zu schaffen. Diese Wanderung muß von unserer Gemeinde vorbereitet und geordnet werden, ... Der Scheidende soll überzeugt sein, daß ihm die Liebe und die Verbundenheit der Gemeinschaft auf seiner Wanderung folgt. Die ewige Sehnsucht früherer Generationen nach Zion und die Hoffnung der Gegenwart auf den Wiederaufbau Palästinas werden ihn leiten und die Richtung bestimmen. ... Wir aber wollen uns mit Würde und in strenger Disziplin den neuen Verhältnissen anpassen und durch ausgedehnte Selbsthilfe und Opferbereitschaft unserer Gemeinde die Möglichkeit einer weiteren gedeihlichen Arbeit schaffen, damit wir nicht den einzigen Mittelpunkt des jüdischen Lebens verlieren. Unsere Kinder sollen nicht namenlos, ohne Halt und Selbstvertrauen in die Welt ziehen; sondern als Träger einer großen Idee, ausgestattet mit innerer Sicherheit und mit seelischem Adel. Jüdische Lebensweise und planvolle Erziehung werden uns die Erreichung dieses Zieles ermöglichen. Aber auch wir müssen uns auf neue Aufgaben und auf neue Lebensbedingungen umstellen. Überliefertes Schrifttum und zeitgemäße Werke, jüdische Kunst und Dichtung sollen unser Leben gestalten und uns zu Quellen der Anregung und der Lebensfreude werden. Im Erfassen der jüdischen Vergangenheit wollen wir die Kraft suchen, auszuharren. Hier wollen wir jene Hoffnung für die Zukunft finden, die in den Worten zum Ausdruck kommt: Gott, der Israel immer beschützt hat, wird auch mit uns sein, unser nicht vergessen und uns nicht verlassen.

Israelitische Kultusgemeinde Wien                              Der Amtsdirektor:                 Der Oberrabbiner:

                                                                                                   Dr. Löwenherz m.p.               Dr. Taglicht m.p.

(aus: „Zionistische Rundschau”, No.1 vom 20.5.1938)

Am 24.Mai kam es auf Anordnung der Staatspolizeistelle Wien zu einer ersten größeren Verhaftungsaktion; fast 2.000 meist aus Kreisen der Intelligenz stammende Juden wurden nach vorgefertigten Listen verhaftet und in vier Transporten ins KZ Dachau verschleppt.

Die Zahl der Juden, die auf Fürsorge angewiesen waren, wuchs nun immer mehr an; so benötigten im Frühjahr 1940 etwa 43.000 Personen - das entsprach 86 % der damaligen Juden Wiens - Unterstützung von ihrer Gemeinde. Neben materieller Unterstützung wurden auch Ausbildungskurse angeboten, die den aus ihren Berufen gedrängten Juden eine neue Aufgabe geben und die auswanderungsbereiten qualifizieren sollte.

Der Reichskommissar für Österreich, Josef Bürckel, richtete am 26. August 1938 in Wien die „Zentralstelle für jüdische Auwanderung“ (eine Dienststelle der SS) ein. Sie hatte die Aufgabe, zum einen die Emigration von Juden Österreichs zu beschleunigen und zum anderen ab Okt. 1939 deren Deportation zu organisieren und durchzuführen. Neben Fragen der Staatsbürgerschaft und des Ausländerrechts war die SS-Behörde für Vermögensbesteuerung u. Devisendingen befasst. Die führende Position innerhalb der Zentralstelle nahm Adolf Eichmann ein; seine Mitarbeiter waren u.a. Franz Nowak, Anton Burger, Alois Brunner, Anton Brunner, Ernst Brückler, Franz Stuschka, Ernst-Adolf Girzick, Josef Weiszl. Die von der Zentralstelle verfügten Entscheidungen, z.B. Auswanderungsquoten, mussten dann von der jüdischen Gemeinde umgesetzt werden. Innerhalb von acht Monaten organisierte Eichmann die Auswanderung von ungefähr 45.000 österreichischen Juden.

Die Wiener Zentralstelle wurde Ende März 1943 geschlossen.

                        "Ausgewandert nach Palästina"

Aus den staatlichen Gewinnen der „Arisierung“ der österreichischen Wirtschaft wurde ein Darlehensfonds gebildet, der teilweise auch „das jüdische Proletariat” bei der gewollten Auswanderung unterstützen sollte. Gleichzeitig wurden Mittel und Wege gesucht, österreichische Juden möglichst ‚billig’ loszuwerden. So wurde im Herbst 1938 seitens der Vermögensverkehrsstelle unter ihrem Leiter Walter Rafelsberger geplant, drei Arbeitslager für je 10.000 Juden aufbauen zu lassen; diese Barackenlager sollten die Juden selbst in menschenleeren Gegenden errichten. Doch diese Pläne wurden so nicht realisiert. Um eine Bearbeitung der Ausreiseunterlagen durch die Zentralstelle in Gang zu setzen, mussten zuvor alle Steuerschulden beglichen, die „Reichsfluchtsteuer“ bezahlt und das bewegliche Vermögen dokumentiert werden; das gesamte Vermögen musste der Bank übergeben werden.

Anfang Oktober 1938 beschloss die Wiener NSDAP-Leitung, Juden aus der Stadt hinauszutreiben und ihre Wohnungen zu versiegeln; Gauleiter Josef Bürckel, der Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich, stoppte allerdings diese „Aktion“, weil er sich bei diesem Vorgehen übergangen fühlte.

Schon in den Wochen vor dem Novemberpogrom von 1938 war antisemitische Gewalt Alltag in den Straßen Wiens: Es kam zu Überfällen auf Geschäfte, Wohnungen und Schulen; Friedhöfe und jüdische Gotteshäuser wurden geschändet.

Aus einer Zeitungsmeldung kurz vor der Pogromnacht:

Maßnahmen gegen die Tarnung jüdischer Geschäfte

Der Staatssekretär für das Sicherheitswesen und Höhere SS- und Polizeiführer in Wien hat am 5.November 1938 nachstehende Verordnung erlassen:

Die Tarnung jüdischer Geschäfte in Wien hat wiederholt zur Störung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung geführt. Um für die Zukunft derartige Unzuträglichkeiten anzuschließen, ist eine klare Kennzeichnung der jüdischen Geschäfte geboten. Für den Bereich des Gaues Wien wird daher angeordnet, daß jüdische Handelsgeschäfte und Gewerbebetriebe bis spätestens zum 15.November 1938 in der Weise gekennzeichnet werden müssen, daß neben dem Wortlaut der Firma, dem Namen des Inhabers oder der sonstigen Bezeichnung in gleich großen Schriftzeichen dieselben Worte in hebräischer Sprache anzubringen sind.

Zuwiderhandlungen werden mit Haft bis zu drei Monaten bestraft.

Während der „Reichskristallnacht“ im November 1938 wurden in Wien sämtliche 49 Synagogen bzw. Bethäuser - ausgenommen der Stadttempel in der Seitenstettenstraße - in Brand gesteckt und vernichtet. Mehr als 3.000 männliche Juden wurden in die Konzentrationslager nach Dachau und Buchenwald deportiert. Durch die Massenverhaftungen war die Emigration fast zum Stillstand gekommen.

Aus den Berichten des SS-Hauptsturmführer Trittner über die Novemberereignisse in Wien und Umgebung:

„ ... Die Zerstörungen der Tempel und Bethäuser erfolgte in Wien in den meisten Fällen durch Werfen von Handgranaten im Innern der Tempel und durch Anzünden Mobiliars derselben. Bei Geschäften wurden etwas solidere Methoden angewandt. In den jüdischen Wohnungen kam es aber verschiedentlich zu sinnlosen Zerstörungen von Einrichtungsgegenständen usw. ... Die größeren Aktionen, nämlich gegen die Tempel und Bethäuser, wurden fast ausschließlich durch die SS durchgeführt. ... Die Aktion gegen Wohnungen und Geschäfte wurde in der Hauptsache von polit. Leitern und SA-Angehörigen durchgeführt, wobei auch die allgemeine SS im Einvernehmen mit den Parteidienststellen vorging. In einigen Bezirken beteiligte sich auch vereinzelt die HJ, welche meistens in roher Weise gegen die Juden vorging (was allgemein sehr ungünstig aufgenommen wurde). ... In einigen Bezirken ließen die Ortsgruppenleiter die Wohnungen räumen und lagerten die Waren und Einrichtungsgegenstände bei den NSV-Stellen (...) ein. ... Die Behandlung der Juden war zum Großteil eine sehr harte und artete meist in brutalen Züchtigungen aus. Das allgemeine Bekanntwerden dieser Einzelheiten wirkte sich auf die allgemeine Stimmung drückend aus, ...

             Demütigungen (1938)

Unmittelbar nach dem Novemberpogrom von 1938 trat eine Flut antijüdischer Gesetze und Erlasse in Kraft. Gipfel der legalen Diskriminierung war die am 28. November 1938 erlassene Polizeiverordnung, der es den NS-Behörden erlaubte, staatenlosen und Juden deutscher Staatsangehörigkeit „räumliche und zeitliche Beschränkungen des Inhalts aufzuerlegen, daß sie bestimmte Bezirke nicht betreten oder sich zu bestimmten Zeiten in der Öffentlichkeit nicht zeigen dürfen”.

Die „Arisierung“ in Wien erreichte in den folgenden Wochen und Monaten ebenfalls einen Höhepunkt. Bis zur Auflösung der Vermögensverkehrsstelle im November 1939 wurden fast 19.000 jüdische Gewerbebetriebe stillgelegt. Zwischen März und September 1939 wurden etwa 11.500 jüdische Familien gezwungen, ihre Wohnungen zu räumen; diese gingen dann in „arischen“ Besitz über. Die Juden wurden in „Judenhäusern“ in bestimmten Stadtvierteln und in Gemeinschaftsunterkünften einquartiert.

Am 10./11.9.1939 wurden in Wien erneut staatenlose Juden verhaftet; nach vorübergehender provisorischer Internierung im Wiener Stadion wurden die Männer ins KZ Buchenwald deportiert.

Immer mehr Juden waren nun auf finanzielle Unterstützung der Kultusgemeinde angewiesen, die sich wiederholt an die Gemeindemitglieder wandte. So auch Mitte Dezember 1938 in einem Aufruf:

An alle Gemeindemitglieder !

Bekennet Euch zur jüdischen Gemeinschaft, erfüllet Eure Pflicht und spendet für die Jüdische Winterhilfe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Hungernden Speise, Frierenden Bekleidung und Wärme, Obdachlosen ... Aufenthalt in beleuchteten und beheizten Raum zu bieten, das ist die Aufgabe, die sich die Jüdische Winterhilfe gestellt hat. Jede Spende lindert Leid und bringt einen Lichtstrahl in dunkle Stuben des Elends.

Ab der ersten Hälfte des Jahres 1939 wurden Wiener Juden systematisch zu Zwangsarbeiten in Österreich und im ‚Altreich’ eingesetzt, so vor allem bei Tiefbauarbeiten, u.a. beim Talsperren-, Deich- und Dammbau.

Ende Oktober 1939 mussten mehr als 1.500 Wiener Juden die Stadt verlassen und wurden per Bahntransport in Richtung Nisko gefahren („Nisko-Plan“). Aus einer Aktennotiz der Wiener „Zentralstelle für jüdische Auswanderung” vom 18.Oktober 1939 über die Durchführung der ersten Deportationen:

Zentralstelle für

jüdische Auswanderung

Wien IV, Prinz-Eugen-Straße 22

B/R                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Wien, den 18.10.1939

Betrifft: Umsiedlungsaktion der Juden aus der Ostmark nach Polen

Als Ergänzung zum Vermerk über die Aussprache zwischen SS-Hstuf.Eichmann, Herrn Dr.Ebner von der Geheimen Staatspolizei und dem Sonderbeauftragten des Reichskommissars, Herrn Dr. Becker, wird berichtet, daß die Umsiedlungsaktion nach Polen mit dem 1.Transport am 20.10.1939 um 22.oo Uhr mit 1.000 arbeitsfähigen Juden von Wien-Aspangbahnhof beginnt.

Den Juden wurde durch die Israelitische Kultusgemeinde Werkzeug zum Aufbau eines Barackendorfes in Nisko mitgegeben, wohin bereits Transporte mit arbeitsfähigen Juden aus Mährisch-Ostrau abgegangen sind. Gleichfalls werden den Juden mit dem Transport Lebensmittel für 4 Wochen mitgegeben.

Die weiteren Transporte gehen laufend jede Woche Dienstag und Freitag mit 1.000, wo zum 2. und 3.Transport die derzeit in Wien in Haft befindlichen Juden und Jüdinnen, denen die Ausreise von der Geheimen Staatspolizei befristet ... (wurde), eingeteilt werden. Vom 4.Transport aufwärts werden bereits ganze Familien in die Transporte eingeteilt.

Nach Fertigstellung des Barackendorfes in Nisko werden die mit dem 1.Transsport angekommenen Juden auf die im dortigen Gebiet befindlichen ehemaligen jüdischen Dörfer fortlaufend in das Landesinnere verteilt. Die Transporte werden von der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zusammengestellt (solange dies noch möglich ist), und für den Transport ist eine jüdische Transportleitung verantwortlich. Außerdem begleiten jeden Transport 25 Schupo-Beamte ... Mit der gesamten Umsiedlungsaktion werden auch die in der Ostmark befindlichen Zigeuner in Sonderwaggons angeschlossen. Die Stelligmachung der Zigeuner erfolgt durch die Kripoleistelle Wien. ...

B r u n n e r

(aus: Dokumentenedition: Nacht über Europa, Band 1, Verlag Pahl-Rugenstein, S. 130/131)

Daraufhin wandte sich die Jüdische Kultusgemeinde an ihre Mitglieder:

An die jüdische Bevölkerung

Die israelitische Kultusgemeinde Wien ist von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien beauftragt worden, die geplante Umsiedlungsaktion der Juden aus der Ostmark nach Polen durchzuführen. Die in das bestimmte Gebiet in Polen einwandernden Juden können sich ... frei ansiedeln, betätigen und ihre Existenz aufbauen. Für die vorläufige Unterbringung und Verpflegung wird gesorgt werden. Den ankommenden Juden stehen Vertreter jüdischer Organisationen an Ort und Stelle zur Verfügung. ... Überdies muß den Weisungen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien im Interesse jedes einzelnen und der Gesamtbevölkerung bedingungslos Folge geleistet werden. Die Durchführung einer so großen Aktion bringt unvermeidlich Härten mit sich, welche solange gemildert werden können, als die Israelitische Kultusgemeinde Wien, unterstützt durch die jüdische Bevölkerung und von ihrem Vertrauen getragen, diese Aktion zu leiten.”

Ende Oktober 1939 verließen zwei Transporte mit knapp 1.600 Personen Wien; bereits Mitte Oktober 1939 war ein Transport aus Mährisch-Ostrau abgefertigt worden. Im April 1940 wurde der „Nisko-Plan” aufgegeben, ein Teil der etwa 500 hierher Deportierten in ihre Heimatorte Mährisch-Ostrau und Wien zurückgebracht. Das Lager Nisko wurde im April 1940 aufgelöst.

Anfang Februar 1941 erteilte Dr. Karl Ebner, Leiter des Judenreferats der Gestapo, dem Leiter der Zentralstelle für jüdische Auswanderung, SS-Obersturmbannführer Alois Brunner, die folgende Anweisung:

...

1. Es ist geplant, einen Teil der in Wien wohnhaften Juden in das Generalgouvernement umzusiedeln. Die Kultusgemeinde soll von dieser Aktion herausgehalten werden. Sie wird lediglich die ihr erteilten Weisungen durchzuführen haben. Es sollen ungefähr 1.000 Personen mit je einem Transport abgefertigt werden; ... Es wird beabsichtigt, bis Mai 1941 10.000 Juden in das Generalgouvernement umzusiedeln. ...

2. Die Erfassung der für die Einteilung in die Transporte in Betracht kommenden Juden und die Durchführung dieser Transporte obliegt der ‘Zentralstelle für jüdische Auswanderung’ im Sinne der ihr höherenorts erteilten Weisungen. Jeder Auswanderer kann 2 Koffer oder 2 Ballen bis höchstens 50 kg Gewicht mitnehmen. ...

5. Die Auswahl der für die Umsiedlung ... bestimmten Personen erfolgt ... familienweise. ...

6. Jeder für die Auswanderung bestimmte Jude hat ein genaues Verzeichnis seiner Vermögenswerte, Rechte und Ansprüche abzulegen und abzuliefern .... Der Erlös aus der Veräußerung dieser Werte ist zur Deckung der Kosten der Umsiedlung und der Auswanderung, sowie der endgültigen Lösung des Judenproblems bestimmt. ...

8. Die Kultusgemeinde wird 3 - 4 Tage vor Abgang eines jeden Transportes die Listen der für diesen Transport bestimmten Juden bekommen, um ihnen die getroffenen Anordnungen zur Kenntnis zu bringen. ....

9. Es ergeht ein Verbot an die Juden, Wien ohne besondere Zustimmung der ‘Zentralstelle ...’ zu verlassen. ...

Mitte Februar 1941 setzten die großen Deportationen ein; innerhalb von nur drei Wochen verließen fünf Transporte mit mehr als 5.000 Wiener Juden die Stadt in Richtung Opole, Kielce und Modliborzyce.

Mitte 1941 lebten die Stadt Wien noch knapp 52.000 Juden, einschließlich der sog. „Geltungsjuden“. Im Herbst 1941 gingen die systematischen Deportationen von Wiener Juden weiter: Unter der Leitung von Anton Brunner wurden betroffene Juden zunächst in Sammellagern konzentriert, danach von hier etwa 5.000 Personen nach Lodz, etwa 5.200 nach Riga, etwa 6.000 nach Izbica und mehr als 10.000 nach Minsk abtransportiert. In der zweiten Jahreshälfte von 1942 wurden weitere 13 Transporte mit etwa 14.000 Personen nach Theresienstadt „abgefertigt“; fast 70% der nach Theresienstadt deportierten Juden wurden in Auschwitz-Birkenau ermordet.

Mitte Oktober 1942 lebten in Wien nur noch etwa 8.100 Juden - davon etwa die Hälfte „in privilegierter Mischehe“ .

Am 1.November 1942 wurde die jüdische Gemeindeorganisation von Wien aufgelöst; das restliche Vermögen der jüdischen Gemeinde wurde nach Prag überwiesen, angeblich zur Finanzierung des Ghettos von Theresienstadt. An die Stelle der Kultusgemeinde trat ein „Ältestenrat der Juden in Wien“ unter Leitung von Dr. Josef Löwenherz.

Ende Dezember 1944 lebten noch etwa knapp 6.000 österreichische Juden in Wien. Im Laufe des Juli 1944 wurden etwa 21.000 ungarische Juden in die Nähe Wiens gebracht; sie wurden teilweise kleineren Arbeitslager überstellt, der andere Teil wurde in der Landwirtschaft eingesetzt.

Nach Kriegsende lebten in Wien nur noch etwa 9.000 Juden; von ihnen gehörte nur etwa die Hälfte der neu begründeten Kultusgemeinde an. 1993 wurde in Wien das einige Jahre zuvor gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien im Palais Eskeles in der Dorotheergasse eröffnet.

Anm.: Das Jüdische Museum Wien hat eine große Tradition; es war bereits 1895 gegründet worden und damit weltweit das erste seiner Art. Im März 1938 wurde das in der Leopoldstädter Malzgasse untergebrachte Museum von den Nationalsozialisten geschlossen, wertvolle Objekte in andere Museen transferiert. Als das Jüdische Museum 1993 im Palais Eskeles neu gegründet wurde, fehlte die Hälfte der Bestände, sie waren zerstört oder geplündert worden. Durch Ankäufe und Schenkungen ist der Museumsbestand heute weitaus größer als vor 1938: Basis des Museums ist die Sammlung Max Bergers, die ca. 10.000 Objekte der jüdischen Alltags- und Festtagskultur umfasst. Zudem besitzt es die Antisemitica-Sammlung von Martin Schlaff, die rund 5.000 Stücke zählt und den Zeitraum von 1490 bis 1946 abdeckt.

Im sog. Misrachi-Haus auf dem Judenplatz - einer Außenstelle des Museums - werden seit Herbst 2000 die sozialen, kulturellen und religiösen Lebensumstände der Wiener Juden im Mittelalter (bis 1421) dokumentiert; u.a. sind hier die ca. vier Meter unterhalb des heutigen Straßenniveaus liegenden Fundamente der mittelalterlichen Synagoge als Schauinstallation zu besichtigen.

Ein am Judenplatz errichtetes Mahnmal der Londoner Künstlerin Rachel Whiteread soll an die 65.000 österreichischen Opfer der Shoa erinnern. Rund um den Stahlbetonkubus sind die Namen jener Orte festgehalten, an denen österreichische Juden während der NS-Herrschaft ermordet wurden.

Zum 64.Jahrestag der Pogromnacht 2002 wurde in der zentralen Synagoge in Wien eine Gedenkstätte für die jüdischen NS-Opfer in Österreich eingeweiht; das Mahnmal nennt auf schwarzen Schiefertafeln die Namen der Opfer, die bisher ermittelt werden konnten.

  Mahnmal am Judenplatz (Aufn. H. P.Schaefer, 2005)

Das Museum am Judenplatz, das im Misrachi-Haus untergebracht ist, besitzt eine Dauerausstellung über die Geschichte des Judenplatzes; die Fundamente der zerstörten Or-Sarua-Synagoge direkt unter dem Mahnmal sind hier zu sehen.

Am ehemaligen Standort des sog. Turnertempels in der Herklotzgasse/Turnergasse (errichtet 1871/1872, zerstört 1938) – diese Synagoge zählte zu den drei wichtigsten in Wien – wurde Ende 2011 ein Mahnmal errichtet, das die Vergangenheit auf dem neugestalteten Platz wieder ins Bewusstsein rückt. Das im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs hervorgegangene Objekt sieht ein Netz aus schwarzen Beton-Balken vor, das den eingestürzten, zerborstenen Dachstuhl des Turnertempels symbolisieren soll; in den Boden eingelassene Mosaiken fungieren als „archäologisches“ Gegenstück.

            Mahnmal am ehem. Turnertempel (Aufn. H. Lobnig, 2011)

In der Wiener Innenstadt soll künftig (2018 ?) ein „bleibendes Zeichen des Erinnerns“ gesetzt werden: Für die ca. 66.000 ermordeten österreichischen Juden soll eine Gedenkmauer errichtet werden.

In Wien wurden bislang keine Stolpersteine des deutschen Künstlers Günter Demnig verlegt; hingegen teilen sich hier mehrere Initiativen - „Steine der Erinnerung", "Erinnern für die Zukunft", "Steine des Gedenkens", "Steine der Erinnerung Josefstadt" und „Steine der Erinnerung in Liesing" - die Aufgabe der Erinnerungsarbeit.

File:Wien Mariahilfer Steine a.jpg

Gedenkobjekte“ des Projekts „Erinnern für die Zukunft“, Mariahilfer Str./Ecke Otto-Bauer-Gasse (Aufn. Doris Antony, 2009)

Diese Gedenktäfelchen findet man heute in fast allen Wiener Gemeindebezirken, die meisten davon in Wien-Mariahilf.

Erinnern für die Zukunft - Herbert Gottfried.JPG Erinnern für die Zukunft - Magda Weiss.JPG Erinnern für die Zukunft - Fritz Hermann.JPG Erinnern für die Zukunft - Kurt Fuchs.JPG Erinnern für die Zukunft - Paul Blum.JPG

Erinnerung an jugendliche Opfer (alle Abb. Chr. Michelides, 2015, aus: commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0)

Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel des Gedenkens der Initiative „Steine der Erinnerung“.

verlegt in der Braungasse (Abb. aus: wien-gv.at) https://www.wien.gv.at/bezirke/hernals/images/gedenktafel1-top.jpg

Anfang der 1990er Jahre lebten in Wien etwa 7.000 eingetragene Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde und etwa 10.000 nichtregistrierte Juden. Das entsprach etwa einem Zehntel der jüdischen Bevölkerung vor dem Krieg. Nach der Öffnung der Grenzen wanderten in den 1990er Jahren viele Juden aus Osteuropa zu.

Die Volkszählung der Statistik Austria ergab 2001 eine Zahl von 8.140 Juden in Österreich, davon rund 7.000 mit Wohnsitz in Wien. Die Israelitische Kultusgemeinde geht derzeit (2008) von ca. 15.000 Juden aus, die in Österreich ihren Wohnsitz haben.

Auch heute noch stellt der 2.Wiener Bezirk „Leopoldstadt“ ein Zentrum jüdischen Lebens in Wien dar; hier sind etwa 3% der Bevölkerung israelitischen Glaubens wohnhaft. Neben acht askenasischen Synagogen gibt es hier auch drei sephardische; ebenfalls ist der Bezirk Standort von drei jüdischen Schulen.

Ende 2009 wurde mit der Eröffnung des Maimonides-Seniorenheimes das neue jüdische Gemeindezentrum der IKG rund um den Sportplatz des SC Hakoah Wien komplettiert; es umfasst neben einer Synagoge und einer Schule auch das Hakoah-Sportzentrum. Der Campus gilt als das z.Zt. größte jüdische Zentrum in Europa.

Die Geburtsstunde der ersten wirklich progressiv-jüdischen Gemeinde in Wien war im Mai 1990, als der erste liberale jüdische Gottesdienst im „Hotel Imperial“ unter Leitung des damaligen Landesrabbiners von Niedersachsen, Henry Brandt, stattfand. Kurze Zeit danach konstituierte sich der Verein „Or Chadasch (Neues Licht) - Bewegung für progressives Judentum“. Seit 2004 hat diese Gemeinschaft ihr Domizil in der Robertgasse in Wien-Leopoldstadt. Derzeit gehören etwa 100 Familien – zahlreiche aus den USA und Großbritannien – der Reformgemeinde an.

Im Frühjahr 2012 stellte „Or Chadasch“ beim Kultusamt einen Antrag auf die Einrichtung einer eigenen Kultusgemeinde.

  Der 1908 in Buczacz (Galizien) - damals zu Österreich-Ungarn, heute zur Ukraine gehörend - geborene Simon Wiesenthal war 1947 der Gründer des nach ihm benannten Dokumentationszentrums; es befand sich zunächst in Linz, seit 1961 in Wien. Bis heute ist es die Aufgabe des Dokumentationszentrums, flüchtige NS-Kriegsverbrecher aufzuspüren und ihrer gerechten Strafe zuzuführen.  Simon Wiesenthal überlebte während der NS-Zeit den Aufenthalt in zwölf Konzentrationslagern; befreit wurde er im Frühjahr 1945 aus dem KZ Mauthausen. Seit 1947 folgte er den Spuren von NS-Tätern; bei der Ausforschung der Fluchtwege hochrangiger Täter stieß Wiesenthal auf die mit dem Vatikan in Verbindung stehende Naziorganisation „Odessa“. Während seiner Tätigkeit konnte Wiesenthal mehr als 1.100 NS-Verbrecher enttarnen. Einer seiner spektakulärsten Erfolge war die Entdeckung von Adolf Eichmann in Südamerika 1960; Eichmann wurde anschließend von einem Gericht in Israel zum Tode verurteilt. 1977 wurde in Los Angeles ein Simon-Wiesenthal-Center gegründet, zu dem 1993 das „Museum of Tolerance“ angeschlossen wurde. Simon Wiesenthal verstarb 2005 in Wien.

Fünf jüdische Friedhöfe in Wien erinnern heute noch an eine der größten jüdischen Gemeinden in Europa:

Zentralfriedhof IV. Tor in der Simmeringer Hauptstraße:

Dieses große Gelände wurde der jüdischen Gemeinde im Zuge der Stadterweiterung im 19.Jahrhundert überlassen; auf dem Areal wurden bis 1916 etwa 80.000 Wiener Juden beerdigt.

Zentralfriedhof I.Tor in der Simmeringer Hauptstraße:

Nach 1916 wurden auf diesem Geländeabschnitt mehr als 60.000 verstorbene Juden bestattet.

Friedhof „in der Roßau” in der Seegasse:

Dieses Bestattungsgelände im 9. Wiener Gemeindebezirk gilt als ältester noch erhaltener jüdischer Friedhof Wiens. Er wurde vor 1540 angelegt und bis zur Vertreibung der Juden aus Wien 1669/1770 belegt. Als es 1670 zu einem Pogrom gegen die Wiener Juden kam, hinterlegte der jüdische Kaufmann Koppel Fränkel 4.000 Gulden, worauf hin sich die Stadt verpflichtete, diesen Friedhof „auf ewige Zeiten“ zu erhalten. Nach der Wiederansiedlung von Juden in Wien diente das Areal bis 1783 erneut als Begräbnisgelände; unter Josef II. wurde der Friedhof 1783 endgültig geschlossen. Für die jüdische Gemeinde wurde stattdessen ein neuer Friedhof außerhalb des sog. „Linienwalls“ im Vorort Währing angelegt.

Als das Friedhofsgelände 1943 von den NS-Behörden eingeebnet wurde, konnten von den fast 1.000 alten Grabsteinen fast 300 gerettet werden; diese wurden in den 1980er Jahren wieder an ihren ursprünglichen Standorten aufgestellt. Der aus dem Jahr 1670 stammende noch immer gültige Vertrag über die Unantastbarkeit des Areals wurde unter Bürgermeister Leopold Gratz (SPÖ) neu festgeschrieben. Damit wurde auch die Verpflichtung zur Betreuung und Instandsetzung übernommen; gegenwärtig wird mit hohem Kostenaufwand ein Teil der Grabsteine saniert. Im Zuge dieser Sanierungsarbeiten wurden 2013 ca. 20 alte Grabsteine entdeckt, die 1943 von jüdischen Gemeindeangehörigen in der Erde vergraben wurden, um sie vor der Zerstörung durch die Nationalsozialisten zu bewahren.

                                    alte Grabdenkmäler (aus: Spiegel.de) 

Friedhof Floridsdorf in der Ruthnergasse:

Das seit 1878 bestehende Beerdigungsareal diente insgesamt mehr als 8.500 verstorbenen Juden der Region als letzte Ruhestätte; zum Einzugsbereich gehörten Gerasdorf, Jedlersdorf, Jedlesee und Stammersdorf.

Währinger Friedhof Schrottenbachgasse/Semperstraße:

Der jüdische Friedhof Währing ist eine der größten erhaltenen jüdischen Friedhofsanlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert in ganz Europa. Seine Bedeutung liegt vor allem in der außerordentlichen Formenvielfalt der Grabdenkmäler. Hier wurden die verstorbenen Mitglieder der Wiener Kultusgemeinde und die der selbstständigen Kultusgemeinde Floridsdorf begraben; von ursprünglich 9.500 Grabstätten existieren heute noch etwa 7.000; auf dem von 1785 bis 1885 benutzten Areal sollen insgesamt etwa 30.000 Verstorbene liegen.

   

Zerstörte Gräber - verwahrlostes Begräbnisgelände (Aufn. Tina Walzer 2006/2014)

Seit den 1980er Jahren gibt es Bemühungen um eine Restauration des Währinger jüdischen Friedhofes. Nach parlamentarischer Bewilligung der Gelder sollte eigentlich 2011 mit der Sanierung des völlig verwahrlosten Areals begonnen werden; doch kommen die Arbeiten auf dem von der Vegetation eingenommenen Gelände nicht recht voran.

   

Neue Zeremonienhalle im Wiener Zentralfriedhof, eingeweiht 1928  -   Glasfenster (Aufn. viennatouristguide.at)

Mitte des 19.Jahrhunderts waren zahlreiche Juden - vor allem aus der Slowakei, später auch aus Mähren - nach Floridsdorf zugewandert. Sie hatten hier zunächst einen Minjan-Verein gegründet, der 1880 offiziell als Kultusgemeinde Anerkennung erfuhr. Floridsdorf wurde 1904/1905 Wien eingemeindet. Die Gemeindeangehörigen waren in der Mehrzahl Kaufleute, Händler, Fabrikanten und Freiberufler; die Zahl der Juden in Floridsdorf betrug Mitte der 1870er Jahre etwa 650 Personen. - Unter dem Oberrabbiner Joseph Samuel Bloch wurden die gemeindlichen Kultuseinrichtungen - die Synagoge an der Ecke Freytags-/Holzmeistergasse und der Friedhof an der Ruthnergasse - geschaffen.

Seit 2002 trägt eine Parkanlage in Wien-Floridsdorf den Namen von Joseph Samuel Bloch.

 Joseph Samuel Bloch, 1850 in einem kleinen galizischen Dorfe geboren, machte eine Rabbinerausbildung und ergänzte diese durch ein Universitätsstudium. Ehe er seine Tätigkeit in der Wiener „Arbeitergemeinde“ Floridsdorf aufnahm, hatte er bereits in mehreren Städten als Rabbiner gewirkt. Bloch, der von 1883 - 1895 galizische Bezirke im österreichischen Parlament vertrat, setzte sich mit Vehemenz für jüdische Belange ein. Er war auch Begründer und Herausgeber/Redakteur der „Österreichischen Wochenzeitschrift“. Er stand in Gegnerschaft zum antijüdischen Deutsch-Nationalismus, aber auch zur zionistischen Politik Theodor Herzls. Während der Ersten Weltkrieges engagierte er sich mit Hilfsmaßnahmen für jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa. Samuel Bloch verfasste zahlreiche Schriften; er verstarb 1923 in Wien. - Die Joseph-Samuel-Bloch-Medaille verleiht seit 1994 die „Aktion gegen den Antisemitismus“ in Österreich.

In Purkersdorf – unmittelbar an der Stadtgrenze zu Wien gelegen – lebten 1910 ca. 50 Bewohner mosaischen Glaubens, die zumeist aus dem östlichen Reichsgebiet zugewandert waren. Anfang der 1930er Jahre waren es ca. 75 Personen. Der Novemberpogrom 1938 führte auch in Purkersdorf zu gewaltsamen Übergriffen auf Geschäfte und Personen. Diejenigen, die nicht mehr rechtzeitig emigrieren konnten, wurden im "Judenhaus" Wienerstraße 33 kaserniert und von hier aus deportiert.

2005 wurde auf dem hiesigen Friedhof ein Gedenkstein enthüllt, der an die während der NS-Zeit deportierten und ermordeten Juden aus Purkersdorf erinnert; namentlich sind 15 Opfer genannt.

Weitere Informationen:

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Samuel Krauß, Die Wiener Geserah vom Jahre 1421, Verlag Braumüller, Wien/Leipzig 1920

Bruno Frei, Jüdisches Elend in Wien. Bilder und Daten, Wien/Berlin 1920

Hans Rotter/Adolf Schmieger, Das Ghetto in der Wiener Leopoldstadt, Burgverlag, Wien 1926

Samuel Krauß, Wiener Synagogen in der Vergangenheit, in: Menorah, 4.Jg./1926, Heft 1, S. 9 - 19

Max Grunwald, Die Wiener Juden 1826 - 1926, in: Menorah, 4.Jg./1926, Heft 3, S. 134 - 148

Ludwig Bato, Die Juden im alten Wien, Phaidon-Verlag, Wien 1928

Max Eisler, Der neue Judenfriedhof in Wien, in: Menorah 6/1928, S. 550 – 561

Israelitische Kultusgemeinde Wien (Hrg.), Der neue israelitische Friedhof in Wien und seine Bauten, Wien 1928

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Paul Chaim Eisenberg, Erlebnisse eines Rabbiners. Geschichten und Geschichten, Molden-Verlag 2005

Christian Matzka (Red.), Gedenkstein für Purkersdorfer Holocaust-Opfer, hrg. Stadtgemeinde Purkersdorf 2005, online abrufbar unter: purkersdorf.at

Bob Martens, Rekonstruktion der Synagoge in der Schopenhauerstraße (Wien), in: "DAVID - Jüdische Kulturzeitschrift", Heft 70/2006

Ulrike Unterweger, Die Synagoge in Wien Hietzing, in: "DAVID - Jüdische Kulturzeitschrift", Heft 70/2006

Tina Walzer, Der Währinger jüdische Friedhof, in: "DAVID - Jüdische Kulturzeitschrift", Heft 70/2006

Klaus Hödl, Wiener Juden – jüdische Wiener: Identität, Gedächtnis und Performanz im 19.Jahrhundert, Studienverlag, Innsbruck 2006

Traude Veran, Das steinerne Archiv - Der Wiener jüdische Friedhof in der Roßau, Mandelbaum-Verlag, Wien 2006

Hans Tietze, Die Juden Wiens, Mandelbaum Verlag, Wien 2007

D.J.Hecht/E.Lappin/M.Raggam-Blesch/L.Rettl/H.Uhl (Hrg.), 1938 – Auftakt zur Shoah in Österreich. Orte – Bilder – Erinnerungen, Wien 2008

Roland Müller, Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge Wien Hietzing, Diplomarbeit TU Wien, Wien 2008

Gerlinde Grötzmeier, Virtuelle Rekonstruktion der Ottakringer Synagoge, Hubergasse 8, unveröffentlichte Diplomarbeit TU Wien, 2008

Evelyn Adunka, Der Stadttempel Wien. Geschichte – Rabbiner - Kantoren, in: Jüdische Miniaturen 62, Berlin 2008

Margit Dobronyi, Leben – Juden in Wien nach 1945 (Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung), Wien 2008

Frank Stern/Barbara Eichinger (Hrg.), Wien und die jüdische Erfahrung 1900 – 1938. Akkulturation – Antisemitismus – Zionismus, Böhlau-Verlag, Wien 2009

Herbert Exenberger, Gleich dem kleinen Häuflein der Makkabäer. Die jüdische Gemeinde in Simmering 1848 – 1945, Mandelbaum Verlag, Wien 2009

Bob Martens/Herbert Peter, Die zerstörten Synagogen Wiens – Virtuelle Stadtspaziergänge, Mandelbaum Verlag, Wien 2009

Susanne Helene Betz/Monika Löscher/Pia Schönberger (Hrg.), „... mehr als ein Sportverein“. 100 Jahre Hakoah Wien 1909 – 2009, Studienverlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2009

Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938 (Datenbank, online abrufbar)

Verlegte Stolpersteine bzw. Gedenktäfelchen in zahlreichen Wiener Gemeindebezirken, u.a. in: commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gedenksteine_in_Wien-Mariahilf

Dieter Hecht, Jüdische Stiftungen in Wien: Verortung und Standortbestimmung bis 1938. Die jüdische Gemeinde und ihr soziales Umfeld, in: Schriftenreihe des Arbeitskreises Geschichte der Jüdischen Wohlfahrt in Deutschland 4, Frankfurt/M. 2010

Tina Walzer, Der jüdische Friedhof in Währing. Historische Entwicklung, Zerstörungen der NS-Zeit, Status quo, Böhlau-Verlag, Wien 2011

Peter Rauscher/Barbara Staudinger (Bearb.), Austria Judaica. Quellen zur Geschichte der Juden in Niederösterreich und Wien 1496-1671, Quellenedition des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 7, Böhlau-Oldenbourg-Verlag, Wien/München 2011

Sabine Hödl, Geschichte der Juden in Wien von 1420/21 - 1670 (Arbeitstitel), Hrg. Institut für Geschichte der Juden in Österreich, Band 2 (noch nicht erschienen)

Evelyn Adunka, Religiöse jüdische Vereine in Wien vor der Shoah, in: Jüdisches Vereinswesen in Österreich im 19. und 20. Jahrhundert (2011), S. 45 – 58

Georg Gaugusch, Wer einmal war. Das jüdische Grossbürgertum Wiens 1800-1938, Band I A-K, Amalthea Verlag, Wien 2011 (Band II ist für 2013 angekündigt)

Ursula Prokop, Zur Geschichte des türkischen Tempels in Wien und seines Architekten Hugo von Wiedenfeld (1852 – 1925), in: "DAVID - Jüdische Kulturzeitschrift", Heft 92/2012 (darin auch virtuelle Rekonstruktionen der Synagoge)

Barbara Staudinger, Jenseits der Brücke – Die Wiener Judenstadt 1624 – 1670 und der städtische Raum, in: Fritz Backhaus (Hrg.), Frühneuzeitliche Ghettos in Europa im Vergleich. Frankfurter kulturwissenschaftliche Beiträge 15 (2012), S. 241 – 267

Gedenkbuch der Synagogen und jüdischen Gemeinden Österreichs, hrg. vom Synagogue Memorial Jerusalem, Wien 2012

E.Brugger/M.Keil/A.Lichtblau/Chr.Lind/B.Staudinger, Geschichte der Juden in Österreich, Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2013

Vilma Neuwirth, Glockengasse 29: Eine jüdische Arbeiterfamilie in Wien, Milena Verlag, Wien 2014

Eva Saunders, Nicht nur die Opfer. Jüdische Geschichten aus Wien Leopoldstadt Grin Verlag Wien, 2014

Steven Beller, Wien, in: Dan Diner (Hrg.), Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, Band 6, Metzler-Verlag, Stuttgart/Weimar 2015, S. 390 – 397

Bob Martens (Red.), Die „unsichtbaren“ Synagogen Wiens. Versteckte Sakrakbauten im Hinterhof, in: "DAVID - Jüdische Kulturzeitschrift", Heft 111/2016 (darin auch virtuelle Rekonstruktionen der Synagoge)

Kauft bei Juden!" Geschichte einer Wiener Geschäftskultur - Ausstellung im Jüdischen Museum in Wien, 2017

N.N. (Red.), Regierung beschließt Shoa-Mahnmal in der Wiener Innenstadt, in: „Der Standard“ vom 11.3.2018

Michael Hammerl (Red.), Jüdischer Friedhof: 130.000 für Luftaufnahmen, in: wien.orf.at vom 30.4.2018