Konz (Rheinland-Pfalz)

Bildergebnis für konz karte postleitzahl Konz ist eine Kommune mit derzeit ca. 18.000 Einwohnern im Landkreis Trier-Saarburg und gleichzeitig Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Konz (Karte aus: suche-postleitzahl.org).

Seit Anfang des 19.Jahrhunderts sind erstmalig jüdische Einwohner in Konz nachweisbar; ihre Anzahl blieb über viele Jahrzehnte gering; erst um die Jahrhundertwende war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Anfänglich gehörten die wenigen Konzer Juden der Kultusgemeinde Könen an. In den 1880er Jahren trennten sie sich von dieser und errichteten am Ort in der Lindenstraße eine eigene Synagoge; sie wurde 1886 eingeweiht. Der Betsaal befand sich im Erdgeschoss; über eine Holztreppe erreichten die Frauen die für sie bestimmte Empore.

Ein kleiner Friedhof am Ort stand den verstorbenen Konzer Juden seit Ende des 19.Jahrhunderts zur Verfügung; er befand sich unmittelbar im Anschluss an den kommunalen Friedhof. Zuvor war der israelitische Friedhof in Könen Begräbnisstätte für verstorbene Juden aus Konz gewesen.

Juden in Konz:

        --- 1808 .......................... eine Familie,

    --- 1843 .......................... 14 Juden,

    --- 1895 .......................... 49   “  ,

    --- 1925 .......................... 69   “  ,

    --- 1933 .......................... 61   “  ,

    --- 1938 .......................... 25   “  .

Angaben aus: Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff, Synagogen. Rheinland-Pfalz und Saarland. S. 220

Zu Beginn der NS-Zeit lebten in Konz etwa 60 Bewohner jüdischen Glaubens. Durch Abwanderung bzw. Emigration ins benachbarte Ausland reduzierte sich deren Zahl deutlich.

In der Pogromnacht wurde das Innere des Synagogengebäudes völlig zerstört. Nachdem die NS-Täter die demolierte Einrichtung des Betraumes auf die Straße geschleppt hatten, zündete man diese an. Eine Inbrandsetzung des Gebäudes unterblieb, da man ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargebäude befürchtete. (Anm.: Gegen Ende der 1950er Jahre ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde zum Wohnhaus umgebaut.)

Nachweislich sind 31 Angehörige der jüdischen Gemeinde von Konz Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden.

Das jüdische Begräbnisfeld weist heute neun Grabstätten auf. Zudem befindet sich dort ein Gedenkstein mit der Inschrift: „Zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Mitbürger von Konz errichtet.“

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20182/Konz%20Friedhof%20175.jpg einzelne Grabsteine (Aufn. Otmar Frühauf, 2008)

2008 wurden in Konz zwei sog. „Stolpersteine“ verlegt, die an die beiden in Auschwitz ermordeten Schwestern Marianne und Mathilde Levy erinnern sollen. 

                                       verlegt in der Martinstraße (Aufn. aus: konz.eu)

Bereits ein Jahr zuvor waren in der Brotstraße (im Ortsteil Oberemmel) vier "Stolpersteine" in das Gehwegpflaster eingelassen worden, die an die jüdische Familie Herrmann erinnern.

In den Ortsteilen Könen, Oberemmel und Wawern gab es ebenfalls kleine Synagogengemeinden.

[vgl. Könen, Oberemmel und Wawern (Rheinland-Pfalz)]

 

Im wenige Kilometer südlich von Konz gelegenen Wiltingen wurden für die Angehörigen der fünfköpfigen jüdischen Familie Meyer in der Brückenstraße sog. „Stolpersteine“ verlegt.

Weitere Informationen:

Richard Laufner, Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung im Gebiet des heutigen Kreises Trier-Saarburg, in: Kreisjahrbuch Trier-Saarburg 1979, S. 166 f.

Cilli Kasper-Holtkotte, Juden im Aufbruch - Zur Sozialgeschichte einer Minderheit im Saar-Mosel-Raum um 1800, in: Schriftenreihe der Gesellschaft zur Erforschung der Juden e.V., Hrg. H.Castritius/u.a., Band 3, Hannover 1996

Günter Heidt/Dirk S.Lennartz, Fast vergessene Zeugen - Juden in Freudenburg und im Saar-Mosel-Raum 1321 – 1943, Saarburg 2000

Stefan Fischbach/Ingrid Westerhoff (Bearb.), “ ... und dies ist die Pforte des Himmels “. Synagogen. Rheinland-Pfalz Saarland, Hrg. Landesamt für Denkmalpflege, Mainz 2005, S. 220/221

Konz, in: alemannia-judaica.de

Willi Körtels, Stolpersteine in Konz, Wiltinger Straße. Für Marianne Levy und Mathilde Levy, Konz 2008 (online abrufbar)

Aufflistung der in Konz verlegten Stolpersteine, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Konz

Willi Körtels (Bearb.), Auf den Spuren der Juden von Konz, in: ders., Materialien zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Wawern, Konz 2013 (PDF-Datei mahnmal-trier.de/Geschichte_Juden_in_Wawern.pdf)

Willy Körtels (Bearb.), Materialien zur Geschichte der Juden von Konz, Konz 2015

Auflistung der in Wiltingen erlegten Stolpersteine, online abrufbar unter: wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Wiltingen